Die meisten "Spams" stammen aus Amerika
"Kidnapping von Systemen hilft Spam-Versendern

Eine Vielzahl von unerwünschten Spam-Mails stammt von Systemen, die durch Comuterviren oder Würmer gekidnappt wurden. In Europa ist Berechnungen des Markforschungsunternehmens IDC bereits jede dritte E-Mail von einem Spam-Versender.

HB FRANKFURT/MAIN. Die Absender von unerwünschten Werbe-E-Mails („Spam“) benutzen immer häufiger „entführte“ Personal Computer von ahnungslosen PC-Nutzern, um ihre Inhalte im Netz zu verbreiten. „Rund ein Drittel des Spam stammt inzwischen von „unschuldigen“ Systemen, die durch Computerviren oder Würmer gekidnappt wurden“, sagte Gernot Hacker, Technologiechef des Sicherheitssoftware- Unternehmens Sophos am Dienstag auf einer Fachkonferenz zum Thema Computersicherheit des Marktforschungsunternehmens IDC in Frankfurt.

„Die Verschleierung der Quelle und des Ziels von Spam war schon immer teuer“, sagte Hacker. „Kidnapping von Systemen ist die neueste Methode.“ Die meisten unerwünschten Werbemails stammen nach seinen Angaben aus den USA (42,5 Prozent). Bei den Herkunftsländern folgen dann Südkorea (15,4 Prozent), China und Hongkong (11,6), Brasilien (6,2), Kanada (2,9), Japan (2,9) und Deutschland (1,3). Vor diesem Hintergrund seien internationale Abkommen notwendig, da Spam von überall aus der Welt gesendet werden könne.

In Europa stammt nach Berechnungen von IDC bereits jede dritte E- Mail von einem Spam-Versender. „In 2004 werden in Europa 17 Milliarden Spam-Mails verschickt. Diese Zahl wird bis 2007 auf 23 Milliarden anwachsen“, sagte Thomas Raschke, Analyst von IDC. Steigen werde auch die Zahl von Computerviren und Würmern, da inzwischen schon Kinder mit Hilfe von so genannten Construction Kits aus dem Internet die Schadensprogramme mit einigen Mausklicks neu zusammen stellen und ins Netz senden könnten.

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