Drei zentrale Großrechner in USA lahmgelegt
Hacker starten Großoffensive auf Internet

In einem der größten Angriffe seit 2002 haben Hacker versucht, das Internet lahm zu legen. Zwar haben die meisten Nutzer davon nichts gemerkt, aber ganz ohne waren die Angriffe nicht. Die Experten haben auch schon Hinweise gefunden, woher die Attacke gekommen sein könnte.

HB SAN FRANCISCO. Dabei wurden in den USA drei der zentralen Großrechner, die Adress-Dateien für das Internet verwalten, mit so vielen Anfragen bombardiert, dass sie nur sehr langsam oder gar nicht antworten konnten. Nach den Hauptangriffen am Dienstag (Ortszeit) waren die so genannten Root Name Server unerreichbar. Experten erklärten, der Angriff vom Dienstag habe bis zu zwölf Stunden gedauert, sei aber von den meisten Computernutzern nicht bemerkt worden.

Auch in Deutschland sind die Angriffe fast unbemerkt geblieben. Die betroffenen US-Rechner konnten ihre Arbeit weltweit auf andere Server verteilen, um die Auswirkungen in Grenzen zu halten. Informatiker weltweit bemühten sich, mit den gewaltigen Datenmengen fertig zu werden, die die Rechner zu überschwemmen drohten.

Experten zufolge war es eine der schwersten Hacker-Attacken seit 2002, als 13 der wichtigsten US-Internet-Server angegriffen wurden. Damals hatten die Betreiber vor immer professionelleren Attacken gewarnt. „So eine groß angelegte Attacke haben wir bisher nicht erlebt, es war eine echte Herausforderung für unser System“, sagte Ben Petro von der Firma UltraDNS dem IT-Nachrichtendienst ComputerWire. Das Unternehmen betreibt die am Dienstag angegriffenen Server.

Die Experten erklärten, die Hacker wollten offenbar ihren Aufenthaltsort verschleiern. Die Daten lieferten jedoch Hinweise auf Südkorea als Ausgangspunkt des Angriffs. Ein mögliches Motiv war nicht bekannt. Ziel der Attacke war offenbar das Unternehmen UltraDNS, dessen Server die Datenverkehr für Websites mit der Endung org. steuern. John Crain von der Internet Corp. for Assigned Names and Numbers erklärte, der Angriff sei weniger schwerwiegend als die Attacken vom Oktober 2002, weil der Datentransfer inzwischen über mehr Computer verteilt werde. Damals waren neun der 13 Server ausgefallen.

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