Dual-Core-Prozessoren
Wettlauf um Laptop-Chips mit geringstem Energieverbrauch

Niemand käme auf die Idee, einem Ferrari den winzigen Tank eines Mofas zu verpassen - kaum hätte man sich an die rasante Fahrt gewöhnt, wäre der Spaß auch schon wieder vorbei, weil der Sprit alle ist. Vor genau diesem Problem stehen aber die Konstrukteure mobiler Computersysteme: Einerseits verlangen die verwöhnten Anwender nach immer neuen Funktionen, andererseits darf der Akku nicht beliebig groß, schwer und teuer werden.

BERLIN. Und da dramatische Innovationen bei der Speicherkapazität der wieder aufladbaren Batterien nicht in Sicht sind, hilft nur eines: Der Computer muss lernen, effizienter mit der vorhandenen Energie umzugehen - sonst bleibt die Vision vom Mobile Office nur ein schöner Traum.

Zahlreiche Unternehmen der Chip-Branche liefern sich darum derzeit ein verbissenes Wettrennen um die sparsamsten Prozessoren für Notebooks, PDAs und Mobiltelefone - von den Schwergewichten Intel und AMD bis hin zu ambitionierten Startups. Das Problem, vor dem sie alle stehen: Die immer komplexeren Anwendungen - zum Beispiel Video-Streaming oder 3D-Animationen - verlangen nach immer mehr Rechenleistung. In der Vergangenheit lösten die Hersteller von Mikroprozessoren das Problem, indem sie ihre Chips einfach immer schneller arbeiten ließen. So wurde die Taktfrequenz zum Synonym für die Leistungsfähigkeit eines Produktes und zum prominent herausgestellten Verkaufsargument in Prospekten.

Mit der Taktfrequenz wuchsen aber auch der Stromverbrauch und die Hitzeentwicklung dramatisch - letztere ist verantwortlich für die lästigen Kühlungsgeräusche bei vielen modernen Computer. Insbesondere für batteriebetriebene Geräte musste also ein Weg gefunden werden, die Leistung zu steigern und gleichzeitig den Energieverbrauch zu senken. Eine mögliche Lösung des Problems präsentieren Intel und AMD in ihren neuesten Notebook-Prozessoren: Statt eine einzige Schaltzentrale immer schneller laufen zu lassen, packen sie zwei Schaltzentralen in einen Chip, die beide nicht ganz so schnell sind.

So werden die Rechenaufgaben auf zwei "Cores" (Kerne) verteilt und parallel bearbeitet - bei gleicher Leistung braucht ein solcher "Dual-Core-Prozessor" weniger Energie als sein Pendant mit nur einem, aber schnelleren elektronischen Gehirn. Diesen Effekt machen sich Intels "Core Duo Prozessor" und AMDs "Turion X2" zu nutze, beide Chips wurden speziell für leistungsfähige und Strom sparende Notebooks entwickelt. Erste Produkte mit dem Intel-Chip gibt es bereits zu kaufen, der Doppel-Prozessor von AMD soll im Mai auf den Markt kommen.

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