Eigene Internet-Suchmaschine
Startprobleme für Microsofts neue Suchmaschine

Microsoft hat seine lange angekündigte Internet-Suchmaschine als offizielle Testversion am Donnerstag ins Netz gestellt. Die Suchmaschine ist ab sofort weltweit in 26 Märkten und in elf Sprachen über die lokalen Websites des Internet-Dienstes MSN verfügbar.

dpa REDMOND/HAMBURG. Microsoft hat seine lange angekündigte Internet-Suchmaschine als offizielle Testversion am Donnerstag ins Netz gestellt. Die deutsche Ausgabe war allerdings kurz nach der Veröffentlichung nur schwer erreichbar.

Auch für die englischsprachige Version angekündigte neuartige Suchfunktionen standen unter der Adresse http://beta.search.msn.de vorerst nicht zur Verfügung. Die Suchmaschine ist ab sofort weltweit in 26 Märkten und in elf Sprachen verfügbar, teilte Microsoft am Donnerstag mit.

Der größte Softwarekonzern der Welt will die Dominanz von Google im Suchmaschinen-Markt brechen. Microsoft-Manager Yusuf Mehdi bezeichnete die Veröffentlichung der Betaversion als einen „riesigen Schritt“. Unter anderem will Microsoft mit einer Funktion punkten, an dem auch die versammelte Konkurrenz seit einiger Zeit bastelt. So soll es bei Microsoft bereits möglich sein, eine einfache Frage wie zum Beispiel „Wie heißt die Hauptstadt von Russland?“ einzugeben und eine schnelle und eindeutige Antwort zu bekommen. Zumindest in der deutschen Version war dies am Donnerstag allerdings noch nicht möglich. In der englischsprachigen Fassung verfügt die Maschine bereits über einen Button „Near Me“, über den die Suche auf eine lokale Region eingeschränkt werden kann.

Suchmaschinen sind wegen stetig steigender Werbeeinnahmen zu einem äußerst lukrativen Geschäft geworden. Seit rund anderthalb Jahren ist Microsoft mit der Entwicklung der Technologie beschäftigt, 300 Mill. Dollar hat der Softwareriese investiert.

„Das ist ein hoffnungsvoller Start“, sagte Chris Sherman, Präsident von Searchwise, einer in Colorado ansässigen Consulting- Firma, zur Veröffentlichung des neuen Suchwerkzeugs von Microsoft. „Sie spielen damit definitiv in der selben Liga wie Google und Yahoo!“ Nach Angaben von Adam Sohn, Produkt-Manager bei Microsofts MSN-Internet-Division, soll der Nutzer von MSN Search deutlich mehr relevante Ergebnisse bekommen als mit den Produkten des Wettbewerbs.

Unterdessen ist der Höhenflug von Google auch nach dem Börsengang des Suchmaschinenbetreibers weiter ungebrochen. Inzwischen sollen über 65 Millionen Menschen weltweit die meist besuchte Suchmaschine nutzen. Manche Marktbeobachter bezweifeln deshalb, dass Microsoft ein schneller Erfolg beschieden ist. „Die große Herausforderung für Microsoft ist nicht die Technologie, es ist die Bekanntheit“, meint Sherman. Selbst wenn das Unternehmen mit etwas technologisch Ausgefeiltem auf den Markt kommt, müssten sie die Gewohnheiten der Nutzer ändern.

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