Elektronischer Reisepass ist Chance
Biometrie vor Durchbruch

Durch die Einführung des elektronischen Reisepasses wird der Staat zum Vorreiter bei Biometrieprojekten. Profitieren kann davon die gesamte ITK-Branche.

hiz DÜSSELDORF. Seit dem 2. November 2005 erhält jeder, der einen Reisepass beantragt, den neuen elektronischen Ausweis. Bei den neuen Pässen werden auf einem Chip die herkömmlichen Passdaten - Anschrift, Ausstellungsort, Gültigkeitsdauer - sowie zusätzlich das Passbild des Inhabers gespeichert. Ab 2007 sollen auch Fingerabdrücke dort abgelegt werden. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) sieht darin einen Innovationsmotor für die deutsche Sicherheitsbranche. "Im Bereich Biometrie hat Deutschland dank dieses Großprojektes der öffentlichen Hand nun ein Referenzprojekt. Zudem sind die hohen deutschen Sicherheitsstandards in europäische und internationale Richtlinien eingeflossen und viele Bürger lernen die Biometrie als neue Technologie kennen", beurteilt Sandra Schulz, Bereichsleiterin Sicherheit bei Bitkom die Herausforderung.

Bislang habe es bei der Biometrie nur eine geringe technologische Standardisierung und nicht genügend Referenzprojekte gegeben, so die Einschätzung. Der elektronische Reisepass ändere beides und entschärfe somit wesentliche Marktbarrieren, betonte Schulz: "Deutschland führt nun als erstes Land in Europa einen elektronischen Reisepass ein, der die Richtlinien der ICAO einhält. Dies erhöht die Chance, dass deutsche Sicherheitstechnologie auch ein Exporterfolg wird." Die International Civil Aviation Organisation (ICAO), eine Unterorganisation der Vereinten Nationen, ist für die Planung des zivilen Luftverkehrs zuständig.

Nach Schätzungen der Marktforscher von Soreon-Research setzt der deutsche Biometriemarkt in diesem Jahr insgesamt rund 21 Millionen Euro um. Laut der Studie wird der Umsatz von rund 37 Millionen im Jahr 2006 auf 144 Millionen Euro im Jahr 2007 steigen - durch den ePass. "Im nächsten Jahr ist der Staat noch größter Markttreiber, doch schon 2008 wird die Privatwirtschaft, etwa beim Zugang zu Räumen oder Informationen, mehr nachfragen als der Staat", sagte Schulz. Der Staat fungiere hier als klassischer Innovationsmotor.

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