„Es reicht“
Internet-Nutzer in China verspotten Google

Die weltweit größte Suchmaschine Google, die für ihre Selbstzensur in China scharf kritisiert wird, ist auch wegen ihres chinesischen Namens zum Ziel des Spottes von Internetnutzern geworden.

dpa PEKING. Zwei Wochen nach der Vorstellung des Namens „Gu Ge“, was als „Lied der reichen Ernte“ übersetzt werden kann, haben sich in einem Internetforum mehr als 10 000 Nutzer gegen den Namen ausgesprochen. Bis Freitag höhnten 4 820 Forenteilnehmer, Google solle sich doch „Gou Gou“ nennen, was „Hündchen“ bedeutet. Einige plädierte für „Diensthund“. 1 543 würden Google lieber „Gu Gu“ oder „Tantchen“ nennen. Und 1 708 Befragte hatten derart die Nase voll, dass sie sich für „Gou le“ aussprachen: „Es reicht uns.“

Die weltgrößte Suchmaschine wolle nicht gegen die Kritiker vorgehen, sondern das Gespräch mit ihnen suchen, zitierten chinesische Medien eine Google-Sprecherin. Der Name war nach Angaben von Google-Chef Eric Schmidt unter 1 800 lautähnlichen Wörtern ausgesucht worden und sollte die reiche Ernte symbolisieren, die bei der Suche über Google eingeholt werden könne.

Allerdings zensiert das Unternehmen - wie Yahoo oder MSN von Microsoft - die Ergebnisse über die chinesische Suchmaschine selbst, indem politisch heikle Themen wie Kritik an Menschenrechtsverletzungen in China oder an der kommunistischen Führung herausgefiltert werden. Google rechtfertigt das Vorgehen mit örtlichen „Gesetzen und Gebräuchen“. „Wir lieben Dich, Google, aber wir lieben Gu Ge nicht“, heißt es auf der Seite der Gegner. Sie vermissten in der chinesischen Suchmaschine die andernorts gepflegte „transparente, gleichberechtigte und offene“ Unternehmenskultur.

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