FBI-Schlag gegen Hacker
„Sabu hat uns verpfiffen“

Mit seinem Schlag gegen die Hacker-Gruppe Lulzsec hat das FBI die Szene aufgeschreckt. Aus Solidarität mit ihren festgenommenen Kollegen haben sich nun Aktivisten von Anonymous zu Wort gemeldet – natürlich mit einem Hack
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DüsseldorfDie Festnahme von fünf Hackern des Lulzsec-Netzwerks durch das FBI hat die Szene aufgeschreckt. Auf einer gehackten Webseite des Unternehmens Panda Security platzierten Aktivisten der Hackergruppe Anonymous eine Botschaft. „Sabu hat uns verpfiffen“, heißt es darin unter Anspielung auf den Lulzsec-Gründer Hector Xavier M. – Netzname Sabu –, der die Ermittler offenbar mit den entscheidenden Hinweisen versorgt hatte.

„Verrat ist etwas, das nicht vergessen wird“, so die Anonymous-Hacker weiter. Für ihre Attacke wählten sie offenbar gezielt Panda Security aus, nachdem sich der Chef der Forschungsabteilung des Unternehmens erfreut über die Festnahmen der fünf Lulzsec-Mitglieder geäußert hatte.

Die Beschuldigten – zwei Briten, zwei Iren und ein US-Bürger – waren am Dienstag vor einem Bundesgericht in New York angeklagt worden. Ihnen werden Cyberattacken auf Webseiten der Regierung und großer Unternehmen vorgeworfen. Dabei soll es sich um einige der folgenschwersten Hackerangriffe der vergangenen Jahre handeln, unter anderem den Diebstahl von Millionen Nutzerdaten von Webseiten des Sony-Konzerns sowie die Attacke gegen die US-Sicherfirma Stratfor und das Online-Bezahlsystem PayPal.

Eine entscheidende Rolle in den Ermittlungen spielte wohl der 28-jährige Sabu. Der Mann war nach Justizangaben bereits im Juni 2011 festgenommen worden und hatte sich zwei Monate später schuldig bekannt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft half er der US-Bundespolizei FBI beim Sammeln von Beweisen. Zudem habe er über den Kurznachrichtendienst Twitter falsche Fährten gelegt und sogar den Geheimdienst CIA und andere US-Behörden sowie Finanzinstitutionen vor Cyberattacken geschützt.

„Das ist verheerend für die Organisation“, zitierte der TV-Sender Fox einen an den Ermittlungen beteiligten FBI-Beamten. „Wir haben den Kopf von Lulzsec abgeschlagen.“

Es sei jedoch nicht einfach gewesen, „Sabu“ zur Mithilfe zu bewegen. „Es war wegen seiner Kinder. Er wollte nicht ins Gefängnis wandern und sie zurücklassen. So haben wir ihn gekriegt“, sagte ein Beamter.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
Agentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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