Frontal-Angriff gegen Apple
Microsoft will im Musikgeschäft kräftig mitmischen

Microsoft startet seinen Generalangriff auf die Vorherrschaft von Apple Computer im Markt der digitalen Musik. Zum Start des Weihnachtsgeschäfts in den USA bringt der Softwaregigant am Dienstag seinen Musik-Player Zune in über 60 000 Läden.

dpa SEATTLE. Gleichzeitig stellt Microsoft einen neuen Online-Musikladen, den Zune Marketplace vor. Um die Dominanz des ipods und des Apple-Onlineladens itunes zu brechen, nimmt Microsoft-Chef nicht nur jahrelange Verluste der Zune-Geschäftssparte in Kauf, sondern riskiert auch Verwerfungen mit seinen bisherigen Partnern im Musikgeschäft.

In den vergangenen Monaten hatten sich etliche Firmen wie Samsung, iriver und Creative in der Rolle des „ipod-Killers“ versucht. Doch Apple beherrscht in den USA aber weiterhin rund Dreiviertel des Playermarktes und wickelt über itunes rund 80 Prozent aller legalen Musikdownloads ab. Beim Blick auf diese Zahlen kommt inzwischen auch Microsoft-Gründer Bill Gates indirekt zum Urteil, dass die von ihm geführte Digitalmusik-Allianz „Playsforsure“ gescheitert ist: „Wir haben uns zu lange auf Partner verlassen, die schon vor Apple MP3-Player auf dem Markt hatten“, sagte Gates in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Focus“. „Das funktionierte jedoch nur bedingt. Als wir das einsahen, entschieden wir uns für die Entwicklung von Zune.“

Aber nicht nur die Hardware-Partner der „Playsforsure“-Allianz müssen sich nun damit abfinden, dass aus dem Freund von einst der Gegner von heute geworden ist. Auch die Online-Musikdienste wie Napster müssen nun damit leben, dass ihre Songs nicht auf dem Zune abgespielt werden können. Da Zune-Player und Zune-Musikladen bislang nur in den USA angeboten werden, ist der größte Microsoft-Partner in Deutschland, Musicload, noch nicht von dem Kurswechsel des Softwaregiganten betroffen. Bei einem Erfolg des Zune in den USA wird aber auch der Musikdienst von T-Online sein Wettbewerbsverhältnis zu Microsoft neu definieren müssen.

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