Funktechnik
Wimax geht an den Start

Die Funktechnik Wimax ist eine Erweiterung zu DSL – oder eine Alternative. Denn der breitbandige Funkstandard kann die letzte Meile drahtlos überwinden und ist dabei unter Umständen um ein Vielfaches schneller sein als DSL.

HB DÜSSELDORF. Bisher sehen die großen Anbieter Wimax allerdings vor allen Dingen als Ergänzung für Gegenden, in denen der Netzausbau kaum lohnt. Immerhin rund zehn Prozent der deutschen Haushalte, so eine Schätzung des Bundeswirtschaftsministeriums, werden bis heute weder durch erdgebundene DSL-Netze noch durch das Fernsehkabel erreicht. In Kaiserslautern hat Arcor deshalb einen Wimax-Pilotversuch gestartet. Das Unternehmen will testen, ob sich die Funklösung zur Breitband-Versorgung ländlicher Gebiete eignet, in denen bislang keine DSL-Angebote möglich sind. Auch die Festnetzsparte der Deutschen Telekom, T-Com, erprobt Wimax derzeit in den Gemeinden Sankt Augustin und Swistal bei Bonn. Die T-Com will sich mit den Tests bis zum März nächsten Jahres Zeit lassen und dann entscheiden, ob sich die Breitbandinfrastruktur mit Wimax sinnvoll einsetzen lässt.

Kleinere Anbieter wie die Deutschen Breitband Dienste (DBD) aus Heidelberg sind im Gegensatz zu den Platzhirschen im Markt nicht nur schneller, sondern setzen auf Wimax als echte Alternative zu DSL. Bislang adressierte DBD hauptsächlich ländliche Gebiete, die wegen nicht vorhandener Infrastruktur vom DSL-Netz ausgeschlossen waren. Doch gestern fiel ausgerechnet in der Millionenstadt Berlin der Startschuss für das bislang größte Wimax-Projekt Deutschlands. Unter Leitung der DBD soll zunächst im Stadtteil Pankow ein Funknetz entstehen, über das auch Privatkunden künftig drahtlos im Internet surfen und IP-Telefonie nutzen können. Denn vor allem im Osten Berlins liegen in vielen Gebieten Glasfaserkabel, über die DSL nicht möglich ist. „In den kommenden achtzehn Monaten werden wir unser Netz dann über ganz Berlin ausdehnen“, sagt DBD-Chef Fabio Zoffi.

Doch die anfängliche Euphorie über Reichweiten einer Basisstation bis zu 50 Kilometer Umkreis und Bandbreiten von bis zu 70 Megabit pro Sekunde sind durch weltweit laufende Tests inzwischen einer etwas realistischeren Sicht gewichen.

So müssen sich alle Nutzer einer Wimax-Zelle diese Übertragungskapazität teilen. Damit beschränkt sich die mögliche Zahl der Endkunden einer Basisstation. Denn mehr als 30 Nutzer sollten nicht gleichzeitig zugreifen, falls man Breitbanddienste anbieten will. Dadurch lassen sich die Kosten für Basisstation aber durch weniger Endkunden teilen als bislang gedacht.

Derzeit bemühen sich große IT-Anbieter wie Intel, der Chipsätze für die Funktechnologie Wimax liefert, oder der Handyhersteller Motorola um die Verabschiedung des neuen Wimax-Standards 802.16e. Der soll die so genannte „nomadische Nutzung“ möglich machen, da er auch bewegliche Sende- und Empfangsgeräte unterstützt. Damit würde Wimax zu einer regionalen Konkurrenz für Mobilfunkanbieter. Mobile Funktionen ist auch der Treiber des zweiten Breitbandfunk-Standards „Wibro“, der sich neben Wimax etablieren könnte. Vor allem der Chip- und Mobilfunkriese Samsung treibt „Wibro“ in Asien voran.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%