Games-Convention
Spiele-Branche setzt aufs Internet

Trotz Wirtschaftsflaute rechnet die Videospiele-Branche mit einem satten Umsatzplus bei Video- und PC-Spielen. Den wirklichen Schub aber soll das Internet bringen: Onlinespiele sind auf dem besten Weg, zum dritten Standbein der Branche zu werden.

DÜSSELDORF. Die deutsche Videospiele-Anbieter setzen aufs Internet: Im Vorfeld der am Mittwoch in Leipzig beginnenden Videospielmesse Games-Convention wies der IT-Verband Bitkom auf die wachsende Bedeutung der Online-Spiele hin. Sie sind auf dem Wege, sich neben Computerspielen und Videokonsolen zum dritten Standbein der Branche zu entwickeln. Die Zahlungsbereitschaft der Spieler hat enorm zugenommen, so Bitkom-Vizepräsident und Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg. Aber auch das Geschäft mit kostenlosen, werbefinanzierten Spielen blüht.

Roland Austinat wird der Flut längst nicht mehr Herr. Jedesmal, wenn sich der kalifornische Fachjournalist in seinen Facebook-Account einloggt, quillt die Inbox über von Anfragen zu einem kleinen Online-Spielchen mit Freunden. So seufzt er, während er im Pressezentrum der Spielemesse E3 in Los Angeles den aktuellen Stapel abarbeitet: "Es sind so viele, dass ich gar nicht mehr alle annehmen kann."

Heute ist "Scrabulous" dran, ein Facebook-Game, programmiert von zwei Brüdern aus Indien, das fatal an den Klassiker "Scrabble" erinnert und bis zu vier Millionen Spieler hat - täglich. Unter dem Druck von Scrabulous musste Lizenzhalter Electronic Arts jetzt auch das Original zähneknirschend bei Facebook einstellen - kostenlos.

Onlinespiele sind gefragt: Nach einer Ipsos-Umfrage spielen bereits 53 Prozent aller 14- bis 29-jährigen, die einen Onlinezugang haben, auch im Web. Überraschend: Jeder fünfte Teilnehmer ist älter als 50 Jahre und spielt Skat, Patience, Tetris oder löst Rätsel- und Denkspiele.

Besonders beliebt sind Spiele, bei denen man gegen andere Teilnehmer antritt. Von Schiffe versenken im Piratenabenteuer bis zum Raumschiffhändler in der digitalen Abenteuer- und Wirtschaftswelt von "Eve Online". Erik Peiffer etwa, der bodenständige Landmaschinenhändler aus dem beschaulichen Grevenbroich, verhökert in seiner Freizeit mit Erfolg Frachtschiffe an interstellare Handelsunternehmer.

Die Video- und Computerspieleindustrie ist in Deutschland auf dem Wachstumspfad. Wenn sich die Branche in Leipzig trifft, wird nicht nur viel gefeiert und gespielt werden, es wird auch viel Geld verdient.

Seite 1:

Spiele-Branche setzt aufs Internet

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%