Gamescom
Revolution aus dem Netz

Die Spielebranche befindet sich im Umbruch: Die Spiele werden sozialer, die Spieler nehmen die Entwicklung selbst in die Hand. Wie das Internet die Branche auf den Kopf stellt.
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KölnComputerspieler gelten nicht gerade als sonderlich sozial: Hartnäckig hält sich das Klischee des Spiele-Nerds, der im stillen Kämmerlein vor sich hin daddelt und sich dabei ausschließlich von Pizza und Softdrinks ernährt. Doch der Andrang auf der Computerspielmesse Gamescom - dieses Jahr werden 254.000 Besucher erwartet - zeigt: Computerspiele sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Jetzt sollen sie durch das Internet noch sozialer werden. Social Gaming heißt das Zauberwort, das etwa Anleger dazu bewegt, eine Firma wie Zynga ("Farmville") mit 13,8 Milliarden Dollar zu bewerten.

So viel Erfolg macht neidisch: Der Chef des Spieleschmiede Activision, einem Urgestein der Szene, verkündete auf der Gamescom fast schon trotzig, dass er die Bewertungen der Social-Game-Firmen für völlig überzogen hält. Die Konkurrenz bei Electronic Arts war da schneller – und hat schon 2009 für geschätzte 275 Millionen Dollar die Firma Playfish erworben. Seitdem ist Electronic Arts auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, MySpace und Google Plus präsent.

„Das gibt uns die Möglichkeit, unsere Karten auf allen Plattformen auszuspielen: So erreichen wir auch Frauen, Social Gamers und Casual Gamers", sagt der Deutschlandchef von Electronic Arts, Jens Coenen.

Sein Unternehmen hält die exklusiven Rechte zur Vermarktung der Bundesliga in Computer- und Videospielen. Jedes Jahr kann EA diese Lizenzen in einen neuen Teil der FIFA-Serie verwandeln, der für Playstation, XBox und PC erhältlich ist. Jetzt kommen soziale Netzwerke und Browserspiele dazu – und damit auch Spieler, die sonst nicht mit der FIFA-Serie in Kontakt gekommen wären. Social Gaming soll die Branche beflügeln.

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