Geheimdienst-Angaben
Nato rüstet sich für den Cyber-Krieg

Der Wurm Stuxnet war nur der erste Vorbote: Die westlichen Staaten sich längst gegen den Cyber-Krieg. Die chinesische Armee soll für das „Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts“ schon bestens gerüstet sein, sagen Geheimdienstkreise. Erste Cyber-Angriffe gab es schon, bisher meist im Verborgenen. Ob eine Hacker-Attacke den Bündnisfall auslöst, bleibt aber ungeklärt.
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HB BERLIN/WASHINGTON. Der Westen will in den nächsten Jahren massiv gegen einen möglichen "Cyber-Krieg", den virtuellen Krieg im Internet, aufrüsten. Das berichteten Vertreter westlicher Geheimdienste der Nachrichtenagentur dapd am Montag in Berlin und Washington. "Wir sind noch längst nicht gegen Angriffe aus der Cyber-Welt gerüstet", sagte ein Angehöriger der CIA. Die chinesische Armee sei für das "virtuelle Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts" schon hochgerüstet. Jüngste Untersuchungen hätten ergeben, dass die chinesischen Streitkräfte "Tausende von Militärspezialisten für Attacken bei einem Krieg im Netz vorbereitet haben", erläuterten auch deutsche Geheimdienstler.

In Berliner Verteidigungskreisen wurden Presseberichte bestätigt, dass die Bundesregierung plane, eine neue virtuelle "Verteidigungslinie" aufzubauen. Es soll ein eigenes "Cyber-Abwehrzentrum" eingerichtet werden. Die USA hatten im vergangenen Mai ein neues "Cyber-Command" gegründet, das für die "vierte Dimension der Kriegsführung" zuständig ist. Auch Großbritannien rüstet nach Darstellung seines Geheimdienstes MI sechs "zunehmend digital auf". Nach Angaben von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen soll sich das Atlantische Bündnis nicht nur gegen die bisher herkömmlichen militärischen Angriffe zu Boden, in der Luft und auf dem Wasser, sondern auch gegen Attacken über das Internet gemeinsam verteidigen.

Nato wappnet sich gegen "Cyber-War"

Die Nato hatte auf ihrem Gipfel von Lissabon im November zum ersten Mal den "Cyber-War" in ihr strategisches Konzept aufgenommen.

Sie entschied, dass zu den neuen Bedrohungen neben dem Terrorismus und der wachsenden Fähigkeit von Staaten zur Nutzung ballistischer Raketen auch Internetangriffe auf strategische Netze gezählt werden müssen. Zum Bedauern von Militärs im Nato-Hauptquartier in Brüssel hat das Bündnis aber nicht die Frage des "Bündnisfalles" im Fall des "Cyber-Krieges" geklärt. Das neue Nato-Strategie-Konzept beschränkt die "Artikel-5-Option" auf militärische und terroristische Angriffe.

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