Hacker und Virenautoren
Bedrohliche Tendenzen im Internet

Die kriminelle Energie im Internet bündelt ihre Kräfte und versuchen durch sorgfältig vorbereitete Angriffe ihre zweifelhaften Zeile zu erreichen. Die Zeiten, in denen Vieren mittels „Schrotflinten“-Technik verstreut wurden, sind vorbei.

hiz DÜSSELDORF. Eine aktuelle Analyse der Message Labs zeigt, dass Spam-Mails wieder aufholen. Der Anzahl der unerwünschten Nachrichten liegt derzeit bei 64,8 Prozent. Das sind fast sieben Prozent mehr als im Vormonat. Die Analysen belegen dabei, dass die Urheber von Spam-Mails sich verstärkt neuen Verbreitungswegen zuwenden. Der Rückgriff auf Mobile Text Messaging (SMS/MMS), Web-basierende IM-Anwendungen, Weblogs und offene Internet-Communities wie MySpace.com dient insbesondere dazu, auf E-Mail-Nachrichten ausgerichtete Anti-Spam-Filter zu umgehen. Diese Entwicklung bereitet vielen IT-Verantwortlichen Sorge. „Wir sehen deutliche Anzeichen, dass Spammer vermehrt auf Spionageprogramme zurückgreifen, um ihre Kampagnen effektiver zu gestalten. Das stellt Unternehmen vor die zunehmend komplexe Herausforderung, ihre Geschäftsdaten und ihr geistiges Eigentum zu schützen, ohne damit die Vorteile einer modernen Mitarbeiterkommunikation aufs Spiel zu setzen“, erklärt Mark Sunner, Chief Technology Officer der Message Labs.

Bei Viren und Phishing-Attacken werden die traditionellen Verbreitungsmethoden durch gezieltere Ansätzen ersetzt. Darüber hinaus zeichnet sich ein Trend hin zu mehr Konvergenz ab. So verschmelzen derzeit nicht nur E-Mail, Instant Messaging und Internet als Verbreitungskanäle für Schädlinge. Auch bisher zumeist getrennte Techniken wie Spyware, Spam, Viren oder Phishing gehen zunehmend ineinander über. Cyber-Kriminelle suchen für ihre Angriffe oder Datenspionage nach immer effizienteren Wegen. „In der Vergangenheit transportierten Mails die schädlichen Inhalte noch unmittelbar als Anhang. Mittlerweile enthalten jedoch immer mehr Nachrichten gefährliche Links zu Websites, die für einen automatischen Download von Schad- oder Spionageprogrammen sorgen. So entpuppt sich eine völlig harmlos erscheinende E-Mail im Nu als handfeste Internet-Attacke“, klagt Mark Sunner.

Die weltweite Virenquote sinkt zwar kontinuierlich, doch Entwarnung geben die Experten nicht. Die Analysen ergaben eine Versechsfachung der gezielten Trojaner-Attacken, die speziell auf unternehmenskritische Daten ausgerichtet sind. Wurden vor einem Jahr noch ein oder zwei solcher Angriffe pro Woche entdeckt, so ist es nun ungefähr einer am Tag. Auch die Anzahl der Phishing-Attacken sinkt leicht. Die Analysen zeigen, dass herkömmliche „Schrotflinten“-Techniken, bei denen eine breite Streuung erzielt wird, weiterhin an Bedeutung verlieren. Mails werden zusehends subtiler und gezielter versendet. Zudem verlagern immer mehr Cyber-Kriminelle ihre Aktivitäten von der Virenprogrammierung auf die Spionage von Passwörtern.

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