„Homeland Security“ bietet lukrative Märkte
Das Geschäft mit der Angst boomt

Mit Genugtuung haben viele Manager aus der IT-Industrie den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung gelesen. Interessant ist Seite 117 des umfangreichen Werks, die den Informationstechnologien gewidmet ist. "Eine moderne Sicherheitsarchitektur muss moderne Informationstechnik unter Wahrung des Datenschutzes konsequent einbeziehen", heißt es.

DÜSSELDORF. Das Schlüsselwort ist "Homeland Security". Wie in den USA wird damit der Schutz der Bevölkerung vor Terror, Naturkatastrophen oder Pandemien bezeichnet. "Die Bundesregierung ist sich bewusst, dass moderne Informationstechnologie ein entscheidender Baustein ist beim Schutz der Bevölkerung vor neuen Bedrohungen", sagt Astrid Göbel, Partnerin bei Steria Mummert Consulting.

Europa ist allerdings noch weit entfernt von der hektischen Betriebsamkeit, die in den USA dem Schock vom 11. September 2001 folgte, als mit dem neu geschaffenen Department of Homeland Security ein neuer öffentlicher Auftraggeber entstanden war.

Beim Branchenverband Bitkom kümmert sich eine Arbeitsgruppe von 50 Firmen um das Thema. "Viele Unternehmen rechnen mit großen Wachstumsraten im Bereich Homeland Security und entwickeln Angebote dafür", erklärt der Vorsitzende Michael Bartsch, Manager Public Safety & Security bei T-Systems.

Aufmerksamkeit und Bereitschaft gewachsen

Steria-Mummert-Partnerin Göbel erwartet auch im Public Sector Parc der Cebit großes Interesse für Bevölkerungsschutz. "Im Jahr der Fußball-WM ist das ein wichtiges Thema. Die Aufmerksamkeit und die Bereitschaft für Homeland Security sind stark gewachsen", sagt die Expertin. Die Polizeidirektionen und Innenministerien bereiten sich mit Hochdruck auf die Spiele vor.

Die hessische Polizei stellt auf der Cebit eine Biometrielösung vor, die sie 2005 landesweit im Erkennungsdienst eingeführt hat. Beamte können damit Finger- und Handabdrücke von Tatverdächtigen digital aufnehmen und an das Bundeskriminalamt weiterleiten. Dort werden die Daten mit der Fingerabdruck-Datenbank abgeglichen. Bei Übereinstimmung überprüft ein Spezialist den Treffer. Etliche Dienststellen der hessischen Polizei arbeiten bereits mit Livescan-Technologie. Mit dem mobilen System kann die Polizei von unterwegs schnell und ortsunabhängig Personen identifizieren. So können im Rahmen von sportlichen Großveranstaltungen bekannte Gewalttäter schon im Vorfeld herausgefiltert werden.

Schub bekommt Homeland Security aus Sicht von Göbel durch die Europäische Union, die Ende 2004 den Auftrag für die Entwicklung eines neuen Visa-Informationssystems (VIS) und eines neuen Schengener Informationssystems (SIS II) erteilt hat - ein Auftragsvolumen von 40 Mill. Euro.

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