Innovation aus Thüringen
Funkschreck gegen Raubkopierer

Es ist wie bei dem Rennen zwischen Hase und Igel: Kaum haben findige Ingenieure einen neuen Kopierschutz für Computerspiele oder Filme ausgetüftelt, knacken ihn Raubkopierer kurze Zeit später wieder. Eine Firma aus Thüringen hat nun einen Schutz für Software und Filme entwickelt, der Raubkopierern nahezu unüberwindbare Hürden in den Weg stellt.

HB LEIPZIG. Auf den ersten Blick sieht die DVD völlig gewöhnlich aus. Nur wer die mit einem blauen Filzstift angemalte Stelle im inneren Ring anschaut, entdeckt die feinen Metalldrähte. Sie gehören zu einem so genannten Radio-Frequency-Identification-Tag (RFID), einem Funkchip, der fest in den Datenträger eingearbeitet ist. Das bisher vor allem aus der Logistik bekannte System ist der Barcode der Neuzeit und nun vielleicht ein wirksamer Schutz gegen Raubkopien. Der RFID-Tag arbeitet wie ein kleiner Sender und überträgt die gespeicherten Daten per Funk.

Peter Lange ist bei der CDA Datenträger Albrechts GmbH zuständig für das Segment Kopierschutz und präsentiert auf der Games Convention in Leipzig die Innovation des Unternehmens aus Thüringen, die RFID-Disc. Sonst produziert der Mittelständler mit seinen 220 Mitarbeitern CDs und DVDs für Kunden wie beispielsweise Hewlett Packard, die ihre Druckertreiber-CDs dort pressen lassen. "Hier auf der Messe zeigen wir das Produkt zum ersten Mal einem großen öffentlichen Publikum, die Anmeldung zum Patent läuft bereits", sagt Lange.

Mit einem Laptop demonstriert er das System: "Ein Empfänger für die RFID-Signale ist über USB-Kabel mit dem Rechner verbunden. Wenn ich jetzt den Datenträger auf das Lesegerät lege, erkennt das Programm die benötigte Kennung oder Serienummer, die im RFID Tag gespeichert ist, und lässt mich das Programm starten", beschreibt Lange die Funktionsweise. Ist in den CDs oder DVDs ein besonders starker Sender verbaut, reicht es schon aus, die DVD nur in die Nähe des Lesegeräts zu bringen.

Um eine mit RFID gesicherte Scheibe zu benutzen, muss der Anwender zwingend ein Lesegerät kaufen, sonst läuft das Programm nicht. Die Kosten für die etwa Zigarettenschachtel großen Apparate schätzt Lange auf weniger als 10 Euro. Als Alternative zu einem externen Lesegerät könnte man die Technik direkt in die Laufwerke einbauen.

"Neben der Standardvariante, auf die man nur einmal Daten speichern kann, gibt es auch wiederbeschreibare RFID-Tags", erläutert Lange. Auf ihnen könnte man neben Seriennummern auch andere Daten speichern. So müssten sich Spieler zum Beispiel bei Online-Rollenspielen nicht mehr von Hand anmelden. "Das Spiel könnte anhand des Datenträgers selbstständig erkennen, wer sich einloggen möchte und übernimmt den Anmeldevorgang", sagt Lange.

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