Internetzugang per Mobilfunk
O2 greift mit UMTS im DSL-Markt an

Der kleinste deutsche Mobilfunkanbieter O2 will auch im boomenden Markt der schnellen Internetanschlüsse mitmischen. Der Netzbetreiber bietet dazu einen Internetzugang per UMTS an, der einen Festnetzanschluss überflüssig machen soll.

HB HANNOVER. Der zum britischen Mobilfunkkonzern MMO2 gehörende Anbieter teilte am Mittwoch vor Beginn der Technologiemesse Cebit in Hannover mit, von Mitte April an könnten die Kunden ein UMTS-Modem erwerben, das per Mobilfunk auf dem heimischen Comupter einen preiswerten Zugang ins Internet mit einer Geschwindigkeit von bis zu 384 KBit/Sekunde ermögliche. Damit sei ein Festnetzanschluss für die Internet-Nutzung überflüssig. Bis Jahresende rechnet O2 mit dem Verkauf von rund 50 000 Modems, die je nach Tarifmodell knapp 50 beziehungsweise knapp 100 ? kosten sollen. Als monatliche Grundgebühr für das "Surf Home" genannte Modem sollen rund zehn Euro in Rechnung gestellt werden, dazu kommen noch die Verbindungsgebühren von ein bis drei Cent die Minute.

O2 hat sich bereits seit längerem zum Ziel gesetzt, mit seinen Mobilfunkprodukten dem Festnetz Konkurrenz zu machen. Rund drei Mill. Kunden nutzen das Produkt Genion, das neben dem Mobilfunkanschluss auch Verbindungen zu günstigen Festnetzpreisen im nahen Umfeld der Wohnung bietet. Rund ein Fünftel dieser Kunden verzichtet nach O2-Angaben bereits ganz auf einen Festnetzanschluss - konnte damit aber bislang auch nicht im Internet surfen. Das gesamte Kundenpotenzial für "Surf Home" in Deutschland bezifferte das Unternehmen mit 14 Millionen. O2 hatte Ende 2004 insgesamt 7,4 Mill. Kunden unter Vertrag.

Der von O2 über das eigene UMTS-Mobilfunknetz in Deutschland angebotene Internet-Zugang ist allerdings den schnellen Festnetz-Anschlüssen für das Internet (DSL) deutlich unterlegen: Neben zum Teil höheren Minutenpreisen müssen Kunden eine geringere Übertragungsgeschwindigkeit von 384 Kilobit pro Sekunde hinnehmen. DSL-Anschlüsse bieten derzeit zumeist Geschwindigkeiten von mindestens einem Megabit. Das Herunterladen von datenträchtigen Videos oder Musikstücken aus dem Internet wird daher deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

O2 baut zudem sein Angebot für das Musikhören auf dem Handy aus. Ziel sei die Erschließung des Massenmarktes, teilte O2 am Mittwoch mit. Dazu kündigte das Unternehmen eine Kooperation mit Nokia an. Der finnische Hersteller werde unter anderem die Abspielsoftware "Music Player" liefern. Außerdem habe man eine Kooperation mit dem weltweit größten Musiklieferanten Loudeye geschlossen, um die Palette an Musiktiteln auszuweiten. Bis zum Sommer will O2 ihr Angebot auf mehr als 500 000 Songs erweitern. Derzeit unterhält der kleinste deutsche Mobilfunkbetreiber mit 230 000 Musikstücken nach eigenen Angaben die umfangreichste Datenbank für den Song-Download per Handy in Deutschland.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%