IT-Abteilungen unter Druck
Cloud Computing: Angst vor der Wolke

Mit Cloud Computing können Firmen ihre IT-Kosten senken. Zwar ist die Idee bestechend, auf Rechenleistung und Computerprogramme über externe Rechenzentren zugreifen zu können und nur für den tatsächlichen Verbrauch zu bezahlen. Doch aus Sorge vor Datenverlust lassen viele Unternehmen ihre Daten immer noch auf den eigenen Servern.

MÜNCHEN. Zwei Tage lang hatte der Autobauer BMW in dieser Woche seine größten IT-Lieferanten eingeladen, damit sie auf einer hauseigenen Messe in München ihre Angebote präsentieren können. Weit über 1 000 BMW-Mitarbeiter sind gekommen, um sich die Neuheiten anzuschauen. Ein Thema hat die für Informationstechniken zuständige Mannschaft des Fahrzeugkonzerns ganz besonders interessiert: das Cloud Computing.

Überall in den Unternehmen diskutieren die IT-Verantwortlichen dieses neue Konzept. Die Idee ist bestechend: Die Anwender greifen auf Computerleistung und Programme aus Rechenzentren zu. Viele weltweit verteilte Systeme werden dabei über das Internet miteinander verbunden. Bezahlt wird nach Verbrauch. So müssen Unternehmen weniger investieren und sind flexibler, wenn das Geschäft wächst oder schrumpft. Außerdem lassen sich so Lastspitzen abfedern.

So weit so gut. In der Praxis kommt Cloud Computing jedoch nur zögerlich voran. Das größte Problem: Die Manager in den Firmen haben Angst, dass ihnen wichtige Daten verloren gehen, wenn sie diese nach außen geben. „Vielen Nutzern ist nicht klar, wie die Dienstleister die Sicherheitsaspekte behandeln“, sagt Michael Römer von der Unternehmensberatung A.T. Kearney. „Die Konzepte der Serviceanbieter sind noch nicht ausreichend formuliert.“

Dass Datenverlust kein rein theoretisches Szenario ist, hat sich erst dieser Tage wieder in den USA gezeigt. Dort haben Mobilfunk-Kunden von T-Mobile unzählige persönliche Einträge verloren. Ursache dafür war der Absturz von Netzwerkrechnern des Softwarekonzerns Microsoft.

Dennoch: Die IT-Abteilungen in den Betrieben stehen schwer unter Druck, ihre Kosten weiter zu senken. Deshalb bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als sich mit Cloud Computing zu beschäftigen. So auch BMW. Die Nobelmarke nutzt bereits die Rechenzentren des amerikanischen Online-Kaufhauses Amazon für Teile ihres Internet-Auftritts. Und nicht nur das: Die BMW-Tochter Rolls Royce arbeitet mit Salesforce.com zusammen, einem der Pioniere des Cloud Computing. Salesforce bietet seine gesamte Software zur Steuerung der Kundenbeziehungen übers Internet an.

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