Kai-Uwe Ricke
Telekom-Chef fordert leichtere Übernahmen

Die Deutsche Telekom hat angesichts der anstehenden Konsolidierung der Telekombranche leichtere Übernahmen in Europa gefordert. „Regulierer und Politiker sollten die Konsolidierung zulassen“, sagte Vorstandschef Kai-Uwe Ricke auf einer Investorenkonferenz in Hannover.

dpa HANNOVER/BONN. Die Behörden sollten die Entwicklung in den Vereinigten Staaten vor Augen haben, die von Großakquisitionen geprägt sei. Vor wenigen Tagen kündigte die amerikanische AT&T den Erwerb ihres Konkurrenten Bellsouth für 67 Mrd. Dollar (56 Mrd Euro) an.

„Der europäische Markt ist überladen“, sagte Ricke. Die Regulierer sollten dies beachten, wenn es zu der Konsolidierung in Europa kommt. Die Telekom will aktiv an dem Prozess teilnehmen, dabei werde das Unternehmen seine bisherige Strategie beibehalten. Zukäufe sollen demnach nur in Ländern geschehen, in denen die Telekom bereits vertreten ist. Zu möglichen Akquisitionszielen machte Ricke keine Angaben. Die Europäische Kommission prüft seit Monaten den Kauf des österreichischen Mobilfunkanbieters Telering durch die Telekom. Eine Entscheidung soll bis Ende März fallen.

Vor einigen Monaten hatte das Bonner Unternehmen bereits mit KPN über eine Übernahme des Mobilfunkanbieters O2 gesprochen, davon aber Abstand genommen. O2 wurde dann von Telefonica gekauft. Mit dem Ausbau des Auslandsgeschäfts will die Telekom Umsatzrückgänge in Deutschland kompensieren. Betroffen ist davon vor allem das Festnetzgeschäft.

Die Deutsche Telekom plant entgegen erneuten Spekulationen keinen Einstieg bei einem Medienunternehmen. „Wir werden nicht in das Inhaltegeschäft einsteigen“, sagte der Chef der Festnetzsparte T-Com, Walter Raizner, bei der Investorenkonferenz in Hannover. Die Telekom will sich darauf beschränken, Angebote von Inhalteanbietern zu bündeln und über ihr Breitbandnetz an die Kunden durchzuleiten.

An den Börse war zuvor erneut spekuliert worden, das Bonner Unternehmen könnte beim Bezahlsender Premiere einsteigen. Die Telekom baut derzeit ein neues Glasfasernetz, das deutlich schnellere Übertragungsraten zulässt. Der Konzern will damit die Voraussetzung für so genannte „Triple Play“-Angebote schaffen, also der Bündelung von Internet, Telefonie und Medieninhalten.

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