Kampf gegen Birmas Militärjunta
Blogs und Bilder gegen gezückte Waffen

Mit unverminderter Härte hat die Militärregierung in Birma am Donnerstag auf neue Proteste reagiert. Anders als bei der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung vor fast 20 Jahren ist die Welt derzeit jedoch ausführlich über die Lage in dem Land informiert – vor allem dank privater Mobiltelefone und des Internets.

HB HAMBURG. Verwackelte Bilder demonstrierender Mönche, körnige Videoaufnahmen aufmarschierender Sicherheitskräfte und kleine oppositionelle Radiosender, die sich plötzlich großer Zuhörerschaft erfreuen: Obwohl das Militärregime in Birma das asiatische Land abgeriegelt hat, finden die friedlichen Demonstrationen zehntausender Mönche vor den Augen der Weltöffentlichkeit statt.

In westlichen Fernsehsendern laufen immer wieder Videos, die Birmaner heimlich mit Digitalkameras oder Mobiltelefonen aufgenommen haben. Die meisten Autoren dieser Augenzeugenberichte wollten aus Furcht vor Repressalien nicht mit Namen genannt werden, erklärt eine Moderatorin im US-Nachrichtensender CNN. Aber sie wollten der Welt das Ausmaß der Proteste und die Reaktion der Staatsmacht vor Augen führen. Selbst wenn die Informationen manchmal nur schleppend langsam übermittelt werden, sind Aktivisten vielfach die einzige Quelle für die dramatischen Ereignisse in dem südostasiatischen Land. Auch der britische Sender BBC veröffentlicht die Videos und Fotos. Einige dieser Fotos sind offensichtlich von westlichen Touristen aufgenommen worden.

Blogger tragen ebenfalls zur Verbreitung der Nachrichten aus Birma bei: Der aus Birma stammende und in London lebende Ko Htike verwandelte nach Angaben der BBC seine literarische Internetseite kurzerhand in einen Nachrichtenkanal. Er habe etwa zehn Leute an verschiedenen Orten unter den Demonstranten in Birma. „Sie marschieren mit, und sobald sie ein paar Bilder haben, rennen sie in ein Internetcafé und schicken sie mir“, sagte er der BBC.

Aus Norwegen sendet derweil der kleine Sender Democratic Voice of Burma (Demokratische Stimme Birmas) Informationen für die Bevölkerung in Birma über Kurzwelle und Satellit (» www.dvb.no). Aber auch für westliche Journalisten erweist sich der kurz nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi 1991 mit norwegischem Geld gegründete Sender als wichtige Informationsquelle. Der Sender hat nach Angaben von Experten etwa 30 Journalisten in Birma, die für ihn berichten oder ebenfalls Bilder und Videos über das Internet schicken.

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