Kampf um den neuen Standard für hoch auflösendes Video bleibt spannend
Disney stützt Sonys DVD-Nachfolger

Das Rennen um die führende Nachfolgetechnik der DVD ist wieder offen. Mit Disney hat sich jetzt ein weiterer großen Konzern für den „Blu- Ray“-Standard entschieden, der unter anderem von den Elektronikgiganten Sony und Matsushita favorisiert wird. Zuvor hatten sich große Hollywood-Studios wie Paramount, Universal und Warner für den konkurrierenden Technikstandard „HD-DVD“ von Toshiba entschieden, um Filme in hochauflösendem Format zu veröffentlichen.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Damit scheint der abgewendet geglaubte Formatkrieg um die DVD-Nachfolge erneut aufzuflackern. Der Leidtragende wäre der Verbraucher.

Das Blu-Ray-Lager mit Sonys Columbia Pictures und den MGM Studios hat durch Disney eine spürbare Verstärkung erhalten. Sowohl Blu-Ray als auch HD-DVD können Filme in HD-Qualität (High Definition) abspeichern, also mit wesentlich höherer Bildauflösung als heutige DVD. Besonders mit der Verbreitung von großen Flachbildschimen wird sich hier in Zukunft ein riesiger Heimkinomarkt auftun.

Das Problem: Beide Systeme sind völlig inkompatibel. Also müssen sich die Kunden für ein System entscheiden und die Studios auch, um die Kosten gering zu halten. Gewinnen wird, da sind sich alle Analysten einig, das Format, das am schnellsten die attraktivsten Inhalte wird bieten können.

„Die Unterstützung der Holly- wood-Studios ist sehr wichtig“, bestätigt Rick Hayatsu, beim Computerkonzern NEC zuständig für das HD-DVD-Geschäft, im Gespräch mit dem Handelsblatt. NEC will im dritten Quartal 2005 mit der Auslieferung von HD-DVD-Laufwerken für PC beginnen. Die Preise sollen zwischen 300 und 500 Dollar liegen und schnell fallen. Im Gegensatz zu Blu-Ray gibt es aber vorerst keine Rekorder. Damit sollen die Studios beruhigt werden, die um die Kopiersicherheit ihrer HD-Filme in digitaler Kinoqualität besorgt sind.

Eines der wichtigsten Argumente für HD-DVD ist nach Meinung von Hayatsu die Kompatibilität der Laufwerke für CD und „normalen“ DVD sowie die Tatsache, dass die alten DVD-Produktionsstraßen kostengünstig aufgerüstet werden können. „Der Kunde hat nur ein Laufwerk für Musik und DVD und gut 30 Prozent der Hersteller könnten heute schon HD-DVD pressen“, so Hayatsu.

Bob Chapek, President von Disneys Buena Vista Home Entertainment nennt eine bessere „Interaktivität mit dem Zuschauer“ als Vorteil von Blu-Ray. Beispielsweise könne man besser Spiele und Filme überlagern um ein gesamtheitliches Erlebnis zu ermöglichen. Der Formatkrieg dürfte sich auf den Videospielesektor ausbreiten. Noch ist nicht klar, mit welchem System die kommenden High-Tech-Konsolen Sony Playstation 3 und X-Box 2 von Microsoft ausgestattet sein werden.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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