Kommentar
Bill Gates kämpft für sein Lebenswerk

Der Aufsichtsratsvorsitzende des weltgrößten Softwarehauses wandert immer noch auf der Landstraße der Zukunft. Passend: „Road ahead“ hieß bereits ein Buch von Bill Gates über die Entwicklung der Computerindustrie. Und er hat allen Grund auf seinem Pilgerpfad der IT-Industrie zu bleiben.

Nach Microsofts überwältigenden Erfolgen in den vergangenen 25 Jahren spürt der Vermarktungsguru nun den Wandel auf dem Markt der Computer- und Kommunikationsindustrie und die damit verbundene Herausforderung für Microsoft immer stärker. Dies war auch bei Gates Präsentation anlässlich der Eröffnung der europäischen Microsoft-Konferenz für Unternehmenssoftware „Convergenz 2006 EMEA“ deutlich zu sehen. Die Veranstaltung findet zum ersten Mal in Europa statt.

„Dynamics live“ ist das Schlagwort, das alte Kunden bei der Stange halten und neue Kunden gewinnen soll. Dahinter steckt das Bemühen, auch in den Zeiten, in den das so genannte Web 2.0 immer stärker die IT-Landschaft zu Hause, im Büro und unterwegs prägt, nicht den Anschluss zu verlieren. Immerhin ist eines kaum von der Hand zu weisen: Im Internet sagt Google und nicht Microsoft, wo es lang geht.

Der neue Angst-Gegner wurde auf der Bühne des Münchner ICM-Konferenzzentrums zwar mit keinem Wort erwähnt. Die Botschaft von Bill Gates war trotzdem nicht zu überhören: Microsoft kann die neue schöne Welt der Internetdienste besser mit „reicher“ Software bedienen. Bei den Produkten setzt der Microsoft-Gründer auf die bunte Welt des neuen Betriebssystems Windows Vista, das in den nächsten Monaten auf den Markt kommen soll. Dabei wird Vista sehr zum Leidwesen des PC-Handels erst im ersten Quartal 2007 für Privatkunden erhältlich sein.

Bei seiner Show in München ging es Gates vor allem um die Verbindung der Business-Software von Microsoft mit seiner neuen Bürosoftware Office und der völlig neu gestalteten grafischen Benutzeroberfläche. Dort wurde fast alles, was die Computerindustrie in den vergangenen Jahren an neuen grafischen Elementen entwickelt hat, integriert.

Mit dem „Dash Board“ (Armaturenbrett) oder den Baumverknüpfungen seien hier nur zwei Beispiele für die neuen Funktionen genannt. Gegen Ende seiner IT-Branchenpredigt brachte Bill Gates die Aufgaben des Softwareriesen auf folgende griffige Formel:

  • Businessanwendungen sind wichtig.
  • Große Durchbrüche liegen vor uns.
  • Der Schlüssel dazu ist neue Software.

Und gerade die Software soll nach Gates Vorstellungen möglichst von Microsoft kommen. Doch das wird nach zwei Jahrzehnten des Erfolgs nicht leichter.

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