Konkurrenzdruck
Online-Spiele suchen Kunden

Der Markt für Onlinespiele wird zunehmend enger. Manager erwarten in naher Zukunft die erste Konsolidierungswelle, weil immer mehr Firmen mit neuen Produkten um die Spieler werben. Dabei schafft es nicht mal jedes Spiel auch in die Regale.

LEIPZIG. "Es gibt keine reelle Chance, mit den zahlreichen angekündigten Mehrspieler-Rollenspielen im Internet wirklich Geld zu verdienen", sagt Paul Sams, der beim US-Spieleentwickler Blizzard für das operative Geschäft zuständig ist. Sein PC-Onlinespiel "World of Warcraft" hat mit fast sieben Millionen Abonnenten den Markt abgegrast. Der koreanische Wettbewerber NC-Soft mit seinem Spiel "Guild War" hat für das zweite Quartal 2006 einen dramatischen Gewinneinbruch gemeldet.

So genannte Massive Multiplayer Online Games sind Spiele für mehrere tausend Teilnehmer, die eine andere Identität annehmen und dann eine Existenz in einer Kunstwelt im Internet aufbauen. Sie zahlen eine Abonnementgebühr an den Betreiber der digitalen Welt. Im Spiel können sie virtuelles Geld verdienen, um Ausrüstungsgegenstände zu kaufen. Das Potenzial für diese Spiele schätzt Blizzard-Manager Sams auf weltweit zehn bis zwölf Millionen "Hardcore Gamer".

Dabei steigt die Zahl der Spiele ständig und deutlich stärker als die der Spieler. Das bedeutet Verdrängungswettbewerb, und gerade aus Asien wird die Konkurrenz immer größer. Der Weltmarkt für Onlinespiele ist nach Schätzung von Jeong Kim vom Verband Korean IT Industry Promotion Agency knappe vier Mrd. Dollar groß und findet zu 63 Prozent in Asien statt. Korea alleine stelle 30 Prozent des Marktes, gelte aber als weitgehend gesättigt. "Koreanische Firmen expandieren seit 2004 verstärkt ins Ausland", sagt Kim.

Doch längst stürzen sich die Spieler nicht mehr auf jede Neuheit. Die koreanische NC-Soft, weltgrößter Anbieter solcher Rollenspiele, meldete Anfang August bei einem Umsatz von 88 Mill. Dollar einen Einbruch des operativen Gewinns um 81 Prozent auf 207 000 Dollar. Der Grund war die Totalabschreibung des neuen Spiels "Auto Assault", das in USA und Europa floppte.

David Zucker, Chef von Midway Games, sagt: "Wenn wir uns den Markt anschauen und World of Warcraft ausklammern, geht es bereits bergab." Seine Firma wird in Kürze mit einem der größten Fantasyabenteuer der Welt, "The Lord of the Rings", in den USA online gehen.

Für Europa hat Codemasters die Lizenz für den " Herrn der Ringe": "Wir werden definitiv die Nummer zwei hinter World of Warcraft", sagt Firmenchef Rod Cousens optimistisch. Das Spiel soll im März 2007 starten, und allein in die Infrastruktur hat Codemasters schon über fünf Mill. Dollar investiert.

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