Kopierschutz von Apple wurde geknackt
Schlupfloch bei iTunes geschlossen

Hacker haben ein Programm namens Pymusique entwickelt, mit dem man Songs ohne Begrenzung der Nutzung, zum Beispiel Brennen oder Kopieren, auf der Festplatte speichern kann: Der norwegische Teenager Jon Lech Johansen und zwei seiner Freunde schrieben eine neue Software für Linux und Windows, mit der man kopierschutzfrei Songs von iTunes herunterladen kann, wie das Internetportal "heise.de" berichtet.

HB DÜSSELDORF. Pymusique verhält sich wie ein normaler iTunes-Client: Um Musik herunterzuladen wird ein gültiger Account benötigt und jeder Song muss normal bezahlt werden. Im Unterschied zu Apples Software speichert Pymusique den Song jedoch ohne den Kopierschutz DRM (Digital Rights Management). Einer der Programmierer erklärte dazu, iTunes übertrage den Song ohne DRM . Erst das Apple-Programm auf dem eigenen Computer füge den Kopierschutz Fairplay hinzu. Das in Python geschriebene Programm umgehe diesen letzten Schritt.

Apple reagierte auf die Sicherheitslücke mit der Sperrung des Downloads mit Client-Versionen, die älter als Version 4.7 sind. Die meister Kunden nutzen ohnehin schon die neue Version, lediglich 15 Prozent verwenden ältere Versionen, teilte Apple mit. Das Update ist frei zum Download verfügbar.

Fachleute bezweifeln jedoch, ob die neue Version wirklich mehr Sicherheit für die Urheberrechte bringt. "Das System aus Datenübertragung und Einfügen des Kopierschutzes durch den lokalen Computer bleibt ja bestehen. Daher bleibt diese Weg prinzipiell offen", sagte Panagiotis Kolokythas von der Computerzeitschrift "PC Welt". "Ohnehin ist ist Grunde jede Kopierschutz-Software zu knacken, wenn sich jemand genug Mühe gibt", so Kolokytas weiter.

Johansen hat bereits vor einem Jahr mit den Programmen Playfair und DeDRMS Schlagzeilen gemacht, die das DRM nachträglich entfernt. Apple hatte damals bei mehreren Webhostern darauf gedrängt, die Tools nicht mehr zum Download anzubieten.

Die Feindschaft des Norwegers mit jeder Art von Kopierschutz ist aber noch älter. Bereits im Herbst 1999 hat er ein Programm namens DeCSS veröffentlicht, das den Kopierschutz von DVDs umgeht und damit das Kopieren von Filmen ermöglicht. Geschrieben habe er dieses Programm zwar nicht selbst, doch Johansen wurde mit der Verbreitung in Zusammenhang gebracht. Der damals 15-jährige bekam von den Medien daraufhin den Spitznamen DVD-Jon und wurde von der Filmindustrie verklagt. Das Verfahren endete jedoch mit einem Freispruch.

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