Kostenlose Bürosoftware
Oracle verabschiedet sich von Open Office

Der amerikanische Software-Konzern Oracle zieht überraschend die Reißleine bei Open Office. Die Entscheidung erfolgt, nachdem zahlreiche Programmierer freier Software dem Konzern den Rücken gekehrt haben.
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Die Entwicklung der kommerziellen Version des Programmpakets Open Office aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und anderen Büroanwendungen wird eingestellt, wie das Unternehmen bereits am Freitag mitteilte. Die Software soll zudem ganz an eine Gemeinschaft freier Entwickler übergeben werden. Nähere Einzelheiten der Entscheidung waren aber auch am Montag nicht zu erhalten.

Oracle hat Open Office im vergangenen Jahr mit dem Kauf von Sun Microsystems übernommen. Weil sich mehrere freie Open-Office-Entwickler nicht den Interessen des Unternehmens unterordnen wollten, starteten sie im September 2010 unter dem Namen Libre Office eine unabhängige Abspaltung, in der Fachsprache als Fork bezeichnet. Dies ist möglich, weil Open Office eine freie Software ist, deren Quellcode veröffentlicht ist (Open Source) und von jedem weiterentwickelt werden kann, sofern die Weiterentwicklung wieder unter einer freien Software-Lizenz steht.

„Angesichts des breiten Interesses an freien Anwendungen für die persönliche Produktivität und der schnellen Entwicklung von PC-Technologien denken wir, dass das OpenOffice.org-Projekt am besten von einer Organisation betrieben wird, die sich darauf konzentriert, diese breite Nutzerbasis auf einer nichtkommerziellen Grundlage zu bedienen“, erklärte Oracle-Manager Edward Screven in einer Pressemitteilung. Oracle wolle mit den Angehörigen dieser Entwicklergemeinschaft weiter zusammenarbeiten, um den Erfolg von Open Office fördern. Auch werde sich Oracle weiter für das offene Open Document Format (ODF) einsetzen - dieses Format steht in Konkurrenz zum Microsoft-Format Office Open XML (OOXML).

Till Kreutzer vom Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software (ifrOSS) erklärte in einem Blog-Beitrag, es sei nun mit Spannung zu erwarten, wie sich das Verhältnis zwischen OpenOffice.org und Libre Office weiterentwickle. „Sollten die beiden Projekte konkurrieren, statt aufeinander zuzugehen und zu kooperieren, ist zu erwarten, dass Open Office und Libre Office auseinanderdriften und unterschiedliche Wege einschlagen.“ Das eine solche Abspaltung nicht immer von Vorteil sei, liege auf der Hand.

Zuletzt hatten zahlreiche Programmierer Software-Projekte verlassen, an denen Oracle beteiligt ist. Oracle hatte seit der Übernahme von Sun für Unmut in der Open-Source-Community gesorgt. So soll der Datenbankspezialist einem Bericht von IT-News zufolge Testserver der Open-Source-Datenbank PostgreSQL ohne Vorwarnung abgeschaltet haben. Mit der Übernahme von Sun hatte Oracle auch die Namensrechte an der Konkurrenz MySQL erworben. Die EU-Kommission hatte den Sun-Kauf auch mit dem Verweis auf die bestehende Konkurrenz durch PostgreSQL genehmigt.

Open Office hat ursprünglich deutsche Wurzeln: Die Software ging aus den Programm Star Office und Star Writer hervor, die seit 1985 von Marco Börries und dessen Firma Star Division entwickelt wurden.

Böries verkaufte Star Division 1999 an Sun Microsystems.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • z.B. als packet für Ubuntu :
    http://packages.ubuntu.com/natty/libreoffice

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