Kostenloses Surfen - legal und drahtlos
Wer suchet, der findet

Das "W" in Seattle. Exklusive Adresse im Herzen der Stadt am Lake Washington. Wer die gesalzenen Preise für Hotelfrühstück und Web-Zugang umgehen will, schlendert morgens mit seinem Laptop unter dem Arm auf die andere Straßenseite, um bei Starbucks einen Latte Macchiato zu genießen und mit T-Online - kostenpflichtig - ins Web zugehen.

HB LOS ANGELES. Und die ganz Cleveren gehen drei Häuser weiter, zur Starbucks-Konkurrenz "Seattle?s Best", Spring Street, Ecke 4th Ave. Dort hinein strahlt noch kräftig der Hotspot des benachbarten Executive Pacific Plaza Hotels, das seinen Gästen kostenloses Surfen anbietet. "Hotspots" sind Bereiche, die mit Funksignalen zum Gang ins Internet abgedeckt sind.

Legales Surfen zum Nulltarif? In den USA heißt die Devise einfach "wer suchet, der findet". Die Kostenlos-Kultur ist so auf dem Vormarsch, dass viele Anbieter schon gar keine Werbung mehr dafür machen - im Gegensatz zu Deutschland. "Es gibt rund 11 000 Hotspots in West-Europa", sagt Hans-Jürgen Werner, Sprecher bei Intel Deutschland. 2008 sollen es über 100 000 sein. "Aber legal kostenlose sind in Deutschland kaum dabei." Was hier "offen" ist, sind meist nur fahrlässig ungesicherte Hotspots. Heute, so die Intel-Schätzungen, gibt es 2015 öffentlich zugängliche Hotspots in Deutschland, überwiegend solche, die von Telekommuniktaions- oder Mobilfunkunternehmen oder Hotels betrieben werden. Und bei solchen kommerziellen Anbietern sind vier bis acht Euro für dreißig Minuten Surfen keine Ausnahme. Da steht Deutschland auch nicht alleine da: Hotels wie etwa das Meridian Montparnasse in Paris berechnen ohne rot zu werden sechs Euro für zehn Minuten drahtloses Internet. Dafür darf man sich dann auch noch in die Hotelhalle setzen.

Sunshinestate Kalifornien: "Wer im Café fürs Internet bezahlt, ist es selber Schuld", lacht Peter, ein freundlicher Enddreißiger und Betreiber des "Coffee?n Dreams" in Thousand Oaks, einer noblen Schlafstadt vor den Toren von Los Angeles. Allein an seinem Standort, einem Einkaufzentrum, gibt es vier offene Hotspots. "Das machen wir fast alle", sagt der Kleinunternehmer, der sich gerne mal zu seinen Kunden für einen gemütlichen Plausch aufs Sofa setzt. "Irgendwie müssen wir ja gegen die Ketten wie Starbucks ankommen." Die Webseite www.jiwire.com zeigt auf Anhieb 14 Cafes mit legal freiem WLAN-Zugang im Stadtgebiet von LA. Das Coffee?n Dreams ist noch nicht einmal dabei. Werbung? "Unsere Kunden wissen das", sagt Peter. Manchmal versammeln sich ein paar Jugendliche an den Tischen vor dem Café oder setzen sich mit ihren Laptops auf den Boden. Das macht Peter, dessen Eltern aus Japan eingewandert sind, nichts aus. Bei schlechtem Wetter - selbst das gibt es manchmal in Kalifornien - und wenn wenig los ist, winkt er die Jungs sogar schon mal rein und lässt sie auch ohne Verzehr auf den Sofas Platz nehmen. "Wenn die mal Geld haben", dann werden sie ihre Muffins auch bei mir essen. Unternehmertum pur.

Der Geheimtipp im internationalen Tom Bradley Terminal am Flughafen ist eine Sitzreihe vor dem Zugang zu den VIP-Lounges. Wer einen Platz findet, erwischt noch die letzten Strahlen der kostenlosen Hotspots aus den Nobel-Lounges. Auch in öffentlichen Bibliotheken in LA gibt es Drahtlosweb umsonst.

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