„Lovesan“ verbreitet sich rasend schnell
Neuer Computer-Wurm macht das Netz unsicher

Der neue Computer-Wurm „Lovesan“ hat sich in der Nacht zu Dienstag weltweit mit großer Geschwindigkeit über die Datennetze verbreitet. „Der Wurm ist geradezu explodiert“, sagte der Karlsruher Sicherheits- und Virenexperte Christoph Fischer am Dienstag der dpa.

HB/dpa HAMBURG. Der Schädling nutzt eine bekannte Sicherheitslücke in Computern mit Microsofts Betriebssystem Windows aus. Viele Computer-Nutzer werden einen Angriff nicht sofort bemerken, da sich der Wurm nicht über E-Mail verbreitet, teilte das Anti- Virensoftware-Unternehmen Network Associates mit.

Der Wurm bewegt sich nach Angaben von Network Associates ohne jegliches Zutun der Nutzer. Daten würden bei Befall zunächst nicht zerstört. „Lovesan“ könne aber zu unkontrollierten Rechnerabstürzen führen und öffne den Computer für Angriffe von Außen, teilte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit. Der Wurm, der auch „Blaster“ genannt wird, enthalte folgenden bissigen Text (in englischer Sprache), der jedoch nicht angezeigt wird: „Billy Gates, warum ermöglichst Du das? Höre auf, Geld zu machen und mache Deine Software sicher.“

„Besonders betroffen sind Privatleute und kleine Unternehmen, die etwa über Modem oder DSL-Leitung ans Internet angeschlossen sind“, sagte Fischer. Die Schwachstelle in Microsofts Betriebssystems-Versionen Windows 2000, NT und XP ist seit längerem bekannt. Seit dem 16. Juli bietet das Redmonder Software-Unternehmen auf seinen Internet-Seiten aber auch einen entsprechenden Schutz (Patch) zum Herunterladen an. Microsoft habe seine Kunden seit Monaten aufgefordert, sich damit zu schützen, sagte Microsoft-Sprecher Sean Sundwall.

Experte rät zur Vorsicht

Nutzer, die bislang noch keinen Schutz vor dem Wurm haben, sollten unverzüglich reagieren, rät Fischer. Denn am 16. August werde „Lovesan“ eine so genannte DoS-Attacke gegen den Microsoft-Server starten. Dabei wird der Server mit so vielen Anfragen überflutet, dass er nicht mehr antworten kann.

Möglicherweise reichten inzwischen schon wenige Minuten im Internet, um sich den erst seit der Nacht zum Dienstag aktiven Wurm einzufangen, sagte Thomas Baumgärtner von Microsoft am Dienstag in einem Gespräch mit dpa. „Es sind inzwischen schon so viele Rechner betroffen, dass man unter Umständen nicht mehr dazu kommt, das Sicherheits-Patch von der Microsoft-Site herunterzuladen.“

Bei den erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen sollte der Nutzer deshalb besonders vorsichtig sein und am besten in drei Schritten vorgehen, sagte Baumgärtner. Noch vor der Einwahl ins Internet sollte man in Windows XP über die „Start“-Schaltfläche unter „Systemsteuerung“ das Menü „Netzwerkverbindungen“ mit einem Doppelklick öffnen. Dort kann, ebenfalls mit einem Doppelklick, die aktive Verbindung gewählt werden. Dann auf Eigenschaften klicken. Unter „Erweitert“ dann schließlich die Option „Internetverbindungs- Firewall“ aktivieren.

Erst nach diesem ersten Schutz sei es ratsam, sich auf den Microsoft-Seiten den nötigen Sicherheits-Patch herunterzuladen, sagte Baumgärtner. Nach erfolgreicher Installation sollte im dritten und letzten Schritt schließlich ein Antiviren-Programm installiert beziehungsweise aktualisiert werden.

Das Sicherheits-Patch von Microsoft gibt es im Internet unter http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyId=2354406C-C5B6- 44AC-9532-3DE40F69C074&displaylang=en.

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