Massenmails mit rechtsradikalen Inhalten
Internetwurm manipuliert Adressen

Noch immer geistert der Internetwurm „Sober.G“ durchs Datennetz und richtet Schaden an. Zurzeit versendet der Computer-Wurm Massenmails mit rechtsradikalen Inhalten an alle E-Mail-Adressen, die er auf PCs vorfindet, die zuvor durch die Vorgängerversionen von Sober infiziert worden sind. Es werden aber auch Empfänger- und Absenderadressen manipuliert, warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gestern in Bonn.

HB/hsn BONN. „Sober.G“ ist seit vergangenem Oktober im weltweiten Datennetz unterwegs. Noch immer gibt es zahlreiche Computer, die von ihren Besitzern unbemerkt mit dem Schädling infiziert sind. Seit Donnerstag lädt der Wurm selbsttätig Zusatzprogramme nach, mit deren Hilfe er über die gekaperten Rechner die Spam-Welle losschickt, erklärte der Karlsruher Virenexperte Christoph Fischer. Ursprünglich hatte das Antiviren-Unternehmen Symantec die Kombination von Sober-Wurm und Zusatzprogramm als Variante Sober.H gekennzeichnet. „Rein wissenschaftlich würde ich dem Ding aber keinen neuen Namen geben“, sagte Fischer.

Die eigentlichen Opfer der Flut von rechtsradikalen E-Mails im Internet sind nach Einschätzung des BSI die missbrauchten Absender. „Viele Behörden gehören zu den missbrauchten Adressaten und wurden zu Spam-Verteilern“, sagte BSI-Sprecher Michael Dickopf. Auch der Caritasverband hat sich inzwischen von dem „üblen Gemisch ausländerfeindlicher Spam-Mails“ distanziert. Als „infam“ bezeichnete der Verein die Technik, mit der Internetnutzer zu Postboten gemacht würden, deren Rechner mit diesem Virus infiziert sind. Vergangene Woche berichtetet „Spiegel online“, dass auch „Der Spiegel“ und das „Manager Magazin“ als Absender missbraucht worden seien.

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