Merkel kündigt zweiten IT-Gipfel an
„IT-Branche ist auf Wachstum gepolt“

Der Branchenverband Bitkom hat seine Umsatzprognose für die deutsche Informationstechnik- und Telekommunikationswirtschaft angehoben. Die Unternehmen der Branche können in diesem Jahr mit einem stärkeren Wachstum rechnen als bislang gedacht. Impulse für den Arbeitsmarkt werden dagegen aber kaum erwartet.

HB HANNOVER. Die anhaltend gute deutsche Konjunktur beschert der High-Tech-Branche einen stetigen und stabilen Aufschwung. Bitkom rechnet für 2007 und 2008 mit jeweils zwei Prozent Wachstum - trotz fallender Preise und Dämpfer in einzelnen Sparten. "Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist auf Wachstum gepolt und es spricht derzeit nichts dafür, dass gewerbliche und private Kunden ihre Ausgaben drosseln werden", sagte Bitkom-Präsident Willi Berchtold am Mittwoch zu Beginn der Computermesse Cebit in Hannover (15.-21. März). Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte zur offiziellen Cebit-Eröffnung am Abend einen zweiten nationalen IT-Gipfel für Ende des Jahres an.

Bewegung kommt in den Markt für mobile Internet-Nutzung. Die Mobilfunk-Anbieter greifen zu kräftigen Preisabschlägen, um mehr Nutzer anzulocken. T-Mobile und O2 bringen Paketangebote auf den Markt, bei denen ein Megabyte Datenvolumen einen Cent oder sogar weniger kostet. Vodafone D2 setzt die Preisschere bei Auslandstarifen an. Am Donnerstag soll ein informelles Treffen der EU- Telekommunikationsminister am Rande der Cebit die Debatte um günstigere Auslandstarife im Mobilfunk voranbringen.

Der Gesamtmarkt dürfte Berchtold zufolge in diesem Jahr auf 149,1 Mrd. Euro wachsen. Dahinter stünde zwar ein niedrigeres Plus als 2006 mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent - allerdings war der Verband bislang nur von 1,6 Prozent Wachstum 2007 ausgegangen. Der sehr wettbewerbsintensive Sektor Computerhardware habe sich aber stabilisiert und die Segmente Software und IT-Dienstleistungen entwickelten sich besser als angenommen, sagte Bitkom-Chef Berchtold.

Merkel sagte, das Ziel sei, die Innovationspolitik auf insgesamt 17 Zukunftsfelder auszurichten. Neben Informations- und Telekommunikations-Technologie seien dies unter anderem Energie, Gesundheit, Nanotechnologie und Verkehrstechnik. Die Bundesregierung stelle bis 2009 insgesamt rund 15 Mrd. Euro zur Verfügung. Dies sei der Beitrag des Bundes, um die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bis 2010 auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu erhöhen. Den ersten nationalen IT-Gipfel gab es im vergangenen Dezember.

Kaum zusätzliche Stellen

Trotz einer stärkeren Konjunkturbelebung als erwartet werden in der IT-Branche in Deutschland kaum zusätzliche Stellen geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten sei im vergangenen Jahr bei rund 800 000 geblieben, "und das ist auch unsere Prognose für 2007", sagte Berchtold am Mittwoch vor Beginn der Cebit in Hannover.

Allerdings gibt es vor allem in der Software-Branche und bei IT-Dienstleistungen zurzeit 20 000 offene Stellen. Die Unternehmen hätten zunehmend Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, sagte Berchtold. Seit 2000 sei die Zahl der Studienanfänger in der Informatik um ein Viertel eingebrochen. Der Verband fordert deswegen mehr Praxisnähe im Studium. Außerdem sprach sich Bitkom für Erleichterungen bei einer gesteuerten Zuwanderung aus.

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