Microsoft entwickelt Empfangsgeräte
HDTV rückt auch im Kabelfernsehen näher

Das hochauflösende Fernsehen kann vielleicht schon eher als gedacht auch über Kabel empfangen werden. Der weltweit größte Technologiekonzern Microsoft und US-Kabelfirmen haben ein Gemeinschaftsprojekt begonnen, von dem auch deutsche Kabelfirmen profitieren dürften: Sie arbeiten an einer Technologie, die den Empfang von übers Kabel verbreiteten HDTV-Programmen erleichtern soll. Dieser ist bisher in Deutschland nicht möglich. Deutsche HDTV-Programme werden bisher ausschließlich über Satelliten verbreitet.

gie DÜSSELDORF. Während das hochauflösende Fernsehen in den USA und einigen asiatischen Ländern bereits erfolgreich ist, befindet es sich in Deutschland gerade in der Startphase: Pro Sieben und Sat 1 senden via Satellit jeweils einen HDTV-Sender, Premiere wird ab dem 3. Dezember drei Programme ausstrahlen. Dann gibt es auch die ersten Empfangsgeräte zu kaufen. Die Nachfrage ist vorhanden, allein bei Premiere warten mehr als zehntausend Kunden auf die so genannten MPeg4-Decoder. Auch die Fernsehhersteller verkaufen immer mehr HDTV-taugliche Geräte.

Obwohl das hochauflösende Fernsehen bislang in Deutschland nur über Satellit empfangen werden kann, setzen auch die Kabelnetzbetreiber große Hoffnungen ins HDTV. Sie investieren in die neue Fernsehtechnik, um nicht Gefahr zu laufen, Kunden zu verlieren. So bereiten die Kabelnetzbetreiber schon jetzt entsprechenden Fernsehprogramme vor: „Wir glauben, dass HDTV der Markt der Zukunft ist, wenn auch erst mittelfristig. Wir werden unsere hochauflösenden Programme 2006 einführen“, sagt Manuel Cubero, Direktor Kabelfernsehen von Kabel Deutschland.

Doch bevor die Kabelkunden Fernsehen in HDTV-Qualität auch empfangen können, müssen noch zwei technische Probleme aus dem Weg geräumt werden: Zum einen sind die Kapazitäten im Kabelnetz ohnehin schon knapp. Für HDTV-Sender ist derzeit kaum Platz. Daher sprechen Kabelnetzbetreiber mit den Fernsehsendern über mögliche Lösungen. Das zweite Problem besteht darin, die digitalen Signale in ein Fernsehbild umzuwandeln. Was beim Satellitenfernsehen mit aufwendiger Technik in MPeg4-Decodern geschieht, ist für deutsche Kabelkunden noch nicht möglich. Vor allem das Umwandeln von kodierten Programmen wie die von Premiere ist besonders schwierig.

Die Kooperation von Microsoft mit den US-Kabelfirmen wird als Hoffnungszeichen gedeutet: „Wir freuen uns über diese Kooperation in den USA, denn durch die Einführung dieser neuen Umwandlungsgeräte würde das Kabel als Infrastruktur gestärkt werden“, sagt Manuel Cubero. Microsoft und das Technologiezentrum der US-Kabelnetzbetreiber CableLabs arbeiten an einem PC, der ohne zusätzliche Treiber oder Einstellungen einfach an einen Fernseher angeschlossen werden kann. Der PC soll 2006 auf den Markt kommen, teilt Microsoft mit. Auch eine neue Version der Videospielkonsole XBox soll damit ausgerüstet werden. Wann die Technik auf den deutschen Markt kommt, kann das Unternehmen noch nicht genau abschätzen.

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