Microsoft XAML
Neue Grafik für Windows

Unter dem kryptischen Namen XAML definiert Microsoft eine Seitenbeschreibungssprache, die das Aussehen und die Funktionalität künftiger Windows-Versionen und-Anwendungen revolutionär ändern soll.

hiz DÜSSELDORF. Mit der neuen Windows-Version genannt "Vista" wird auch eine neue Grafikoberfläche kommen. Diese basiert nicht mehr auf der Win32-Technologie, die 1990 mit Windows 3.0 auf den Markt kam. Mit "Avalon", oder wie es jetzt offiziell heißt " Windows Presentation Foundation ", wird es Microsoft zufolge möglich sein, Grafikoberflächen und Icons flexibler und aufwendiger zu gestalten, als es mit dem bisherigen Pixelorientierten Modell möglich ist.

Das Werkzeug dafür ist die Beschreibungssprache XAML (eXtensible Application Markup Language). Die neue Art Buttons, Boxen und Grafiken zu definieren basiert auf dem populären XML, das heute schon vielfach zum Austausch von Daten eingesetzt wird.

Mit XAML sollen nicht nur Datenstrukturen, sondern auch Texte und Grafiken beschrieben werden. Vereinheitlichte Darstellungsbeschreibungen sind aus dem Internet bekannt. Mit dem weltweiten Standard HTML sind Seitenbeschreibungen möglich, die auf allen Rechnertypen und den verschiedensten Browsern nahezu identisch aussehen. Sie interpretieren die HTML-Kommandos zwischen den eckigen Klammern. Damit das neue XAML beides abdecken kann, also Aussehen und Datenaustausch, wird in Windows Vista eine Sammlung von Programmteilen implementiert, die die XAML-Befehle interpretiert. Für Windows XP kann diese Sammlung von Routinen als WinFX aus dem Internet geladen und Installiert werden; zurzeit allerdings nur als vorläufige Betaversion.

Der größte Unterschied bei der grafischen Ausgabe ist die Vektorgrafik. Das heißt, die einzelnen Elemente oder Schaltboxen werden nun durch Linen und Kreise beschrieben und nicht mehr als Sammlung von Bildpunkten. Aber nicht nur Flächen sondern auch räumliche Elemente, wie zum Beispiel Kugeln, Kegel oder Würfel, gehören zu den grafischen Grundelementen. Dadurch ist es zum Beispiel möglich, einen Würfel mit der Maus durch den Raum zu rollen, auf dessen Seiten jeweils ein anders Video läuft. Klickt man auf eine Würfelseite, so wird dann noch die zugeordnete Funktion aufgerufen.

Vektorgrafiken und räumliche Darstellungen sind attraktiv, aber die Bildschirme bestehen letztendlich aus Bildpunkten. Linien, Kreise, Flächen und Körper müssen also wieder in Pixel umgerechnet werden. Moderne Rechner sind normalerweise mit Grafikkarten ausgestattet, die für genau solche Funktionen optimiert sind. Folgerichtig werden diese Aufgaben dorthin verlagert. Nur wenn der Prozessor auf der Grafikkarte diese Umsetzung nicht leisten kann, wird, wie beim heutigen Windows die CPU mit dieser Aufgabe belastet. Windows Vista und WinFX sollen deswegen weniger Rechnerressourcen fressen, als die heutigen Windows-Versionen.

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