Milliardeninvestition
Arcor will VDSL-Netz bauen

Arcor plant Investitionen in Milliardenhöhe: In den kommenden Jahren will der zweitgrößter Telekomanbieter Deutschlands ein VDSL-Netzt aufbauen. Eine Kampfansage an die Deutsche Telekom, die ähnliche Pläne verfolgt.

HB FRANKFURT. Geplant sei ein bundesweites Angebot, sagte Vorstandschef Harald Stöber am Mittwochabend in Frankfurt. Investiert wird in den kommenden Jahren ein Milliardenbetrag, der aus dem laufenden Geschäft gestemmt werden soll.

Die Vodafone-Tochter führt derzeit Verhandlungen mit der Telekom, um Zugang zu den Leerrohren und den grauen Kastenschränken der Telekom - den sogenannten Kabelverzweigern - zu erhalten. Beides ist Voraussetzung für den Bau des neuen Netzes, da sonst die Investitionen deutlich höher ausfallen würden. „Eine Einigung (mit der Telekom) ist nicht mehr weit“, sagte Stöber. Er schloss nicht aus, dass bis März kommenden Jahres eine Einigung mit der Telekom getroffen werden könnte. Ein Sprecher der Telekom äußerte sich nicht dazu.

Mit dem neuen Hochgeschwindigkeitsnetz will Stöber die Voraussetzung für ein verbessertes TV-Angebot schaffen. Über das neue Netz können mehrere Programme gleichzeitig übertragen werden. Stöber erwartet, dass die Kundenzahlen für „Triple-Play“-Angebote (Telefon, Internet und Medieninhalte) ab dem Weihnachtsgeschäft 2009 stärker steigen werden. „Dann wollen wir mit unserem Netz bereit sein, um davon zu profitieren.“

Diese Hoffnung hegt auch die Deutsche Telekom, die rund drei Mrd. Euro in den Bau eines eigenen VDSL-Netzes investiert. An der Forderung der Telekom, das Netz von der Regulierung zu befreien, entzündete sich ein Streit zwischen der Europäischen Kommission und der Bundesregierung, der noch nicht beigelegt wurde. Neben Arcor und der Telekom plant der Kölner Regionalanbieter NetCologne ein superschnelles Datennetz. Stöber rechnet damit, dass ein weiteres Unternehmen ein bundesweites VDSL-Netz aufbauen wird. „Wir haben dann einen richtigen Infrastruktur-Wettbewerb.“

Arcor hat sein Telefonnetz in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut und deckt nun nach eigenen Angaben rund 60 Prozent der deutschen Haushalte ab. Die Versorgung soll in den kommenden Jahren noch ausgebaut werden. Ungeachtet der Investitionen in das eigene Netz erhöhte Arcor seinen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2007/2008 (bis Ende März) um elf Prozent auf 203 Mill. Euro. Der Umsatz kletterte um zehn Prozent auf 1,13 Mrd. Euro.

Der deutsche Breitbandmarkt ist von einem harten Preiskampf geprägt, der die Konsolidierung der Branche beschleunigt. So verhandelt der Wettbewerber United Internet über eine Übernahme von Freenet. Eine Abschwächung der Wettbewerbsintensität erwartet Stöber nicht. „Der Raum für Preissenkungen ist aber kleiner geworden.“

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