Mobile Computer
Schnellere Funknetze in Sicht

Der Erfolg von Videoplattformen im Web stellt die Betreiber von drahtlosen Funknetzen vor Probleme. Die Übertragungsraten ihrer Netze reichen zwar aus, um im Bistro Mails zu lesen und Dateien zu verschicken. Wenn mobile Surfer aber bewegte Bilder abrufen wollen, scheitert dies oft an der Übertragungsgeschwindigkeit. Die WLan-Technik der dritten Generation macht Schluss mit lahmen Funknetzen.

HAMBURG. Damit die drahtlose Funktechnik auch große Signalmengen in Zukunft problemlos übertragen kann, arbeiten Hardwarehersteller an einem neuen WLan-Standard und entwickeln Software, um die bestehende Infrastruktur an Funkantennen besser auszunutzen.

Die erste Generation der drahtlosen Funknetze erreichten lediglich Übertragungsraten von rund fünf Megabit in der Sekunde. Sie wurden schnell von einer zweiten Netzgeneration abgelöst, die heute im Schnitt 25 Megabit in der Sekunde überträgt. „Wenn es um die Übertragung von Datenströme in hochauflösender Qualität geht, ist aber auch das zu wenig“, sagt Sven Schmidt, Produktmanager beim Berliner Komponentenhersteller AVM. Anwendungen wie Multimedia-Streaming, Online-Spiele und Internet-Telefonie benötigen Bandbreiten im hohen zweistelligen Megabit-Bereich, wie sie Übertragungsverfahren per Kupferleitungen oder Glasfaser bieten.

Auch die Reichweite der Funknetze lässt zu wünschen übrig. Derzeit beträgt die maximal mögliche Entfernung vom Sender zum Empfänger nur 25 bis 50 Meter. Das empfinden viele WLan-Nutzer – vor allem in großen Wohnhäusern und in Unternehmen – als zu gering. „Die Anwender wollen sich freier als bisher mit ihren Notebooks bewegen“ sagt Martin Strobel, Sprecher des Chipherstellers Intel. Deshalb sei notwendig neue Techniken zu entwickeln, die die Reichweite der Netze erweitert und eine fünffache Bandbreite gewährleistet, sagt Strobel.

Die Basis für die neuen Übertragungstechniken soll die dritte Generation der Funknetze schaffen, die auf einem neuen WLan-Standard basiert. Insgesamt 27 Anbieter von Hardware und Netzwerktechnologie, darunter etwa Cisco, Lenovo, Netgear und Toshiba, haben sich im so genannten Enhanced Wireless Consortium (EWC) unter der Leitung von Intel zusammengefunden, um die technischen Vorgaben zu entwickeln.

Um größere Datenvolumen stabiler als bisher übertragen zu können, sollen pro Zugangspunkt zusätzliche Sende- und Empfangsantennen eingesetzt werden. Eine Technologie namens Mimo – das Kürzel steht für Multiple-in, Multiple-out – erhöht die Reichweite und die Übertragungskapazität der Funknetze. Eine spezielle Software sorgt dafür, dass die Antennen mehrere Funksignale auf dem selben Kanal empfangen und gleichzeitig Daten auf unterschiedlichen Wegen versenden können.

Über ein und denselben Kanal werden damit mehrere Datenströme – etwa unterschiedliche Videos – gleichzeitig übertragen . Gleichzeitig kann eine Sendung parallel über unterschiedliche Kanäle übermittelt werden. Reißt ein Signal ab, springt ein Alternativkanal ein und vervollständigt den Datenstrom, ohne dass der Computernutzer etwas von dem Ausfall eines Kanals merkt. Wenn das Signal an einer Wand oder einem vorbei fahrenden Fahrzeug abprallt, nutzt die Mehrantennen-Technik auch diese krummen Routen nun intelligent aus, um Daten zu übertragen. Sie können so beispielsweise einfach um ein undurchdringliches Hindernis herum geleitet werden.

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