IT + Internet
Mobilfunk lässt Telekom-Kassen klingeln

Der Mobilfunk bringt die Kassen der Deutschen Telekom kräftig zum Klingeln, während das Festnetzgeschäft schrumpft.

dpa BONN. Der Mobilfunk bringt die Kassen der Deutschen Telekom kräftig zum Klingeln, während das Festnetzgeschäft schrumpft. Mit einer zweistelligen Steigerung des operativen Ergebnisses glich die international expandierende Tochter T-Mobile im ersten Halbjahr 2005 Rückgänge im Festnetz-, Online- und Firmenkundengeschäft mehr als aus.

Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Gewinnsprung von 61,5 Prozent auf fast zwei Mrd. Euro. Der drastische Anstieg geht aber vor allem auf Abschreibungen für US-Mobilfunklizenzen im Vorjahr zurückgeht. Bereinigt stieg der Konzernüberschuss um zwei Prozent. Mit einem Festnetz-Handy sollen Angriffe der Konkurrenz abgewehrt werden.

Die T-Aktie gehörte am Donnerstag zu den größten Verlierern im Aktienindex Dax mit einem Minus von gut zwei Prozent auf 16,12 Euro. Analysten hatten einen noch höheren Gewinn des Konzerns erwartet.

Vorstandschef Kai-Uwe Ricke zeigte sich nach dem milliardenschweren Erwerb der österreichischen Mobilfunkgesellschaft tele.ring offen für weitere Zukäufe. Vom Sparkurs werde der Konzern nicht abweichen. „Wir sind sehr diszipliniert unterwegs“, sagte er am Donnerstag bei der Zahlenvorlage. Zukäufe müssten bestehende Auslandstöchter stärken und zur Gewinnsteigerung beitragen. Nach Angaben aus Branchenkreisen prüft die Telekom einen Erwerb des britischen Mobilfunkkonzerns O2. Ricke lehnte einen Kommentar dazu ab, räumte allerdings ein, dass der britische Markt mit fünf Anbietern überbesetzt ist. „Das bedeutet aber nicht, dass wir als Konsolidierer unterwegs sind“, betonte er.

Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr dank des Wachstums im Mobilfunk um drei Prozent auf 29,1 Mrd. Euro. Dabei spielten Zukäufe im Ausland eine große Rolle. So wurde Ende 2004 das Mobilfunkgeschäft in der Slowakei in die Bilanz aufgenommen. In Deutschland ging der Umsatz des Bonner Konzerns leicht um 0,6 Prozent auf 17,1 Mrd. Euro zurück. Tiefe Spuren hinterließ der verschärfte Wettbewerb im Bereich Breitband/Festnetz mit einem Umsatzrückgang von 4,5 Prozent auf 13,1 Mrd. Euro. Der Deutschen Telekom machen auf der einen Seite die Anbieter von Billigvorwahlen Konkurrenz, auf der anderen Seite versuchen Mobilfunk-Konkurrenten der Telekom Festnetzkunden mit speziellen Tarifangeboten für zu Hause und unterwegs abzujagen.

Ricke will nun mit einem Festnetz-Handy gegensteuern und damit die Abwanderung von Festnetzkunden zur Konkurrenz stoppen. „Mobilfunk und Festnetz sollen stärker vernetzt werden“, kündigte er an. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin sollen Details zu dem neuen Fetznetz-Handy präsentiert werden. Die Mobilfunkanbieter O2 und Vodafone haben mit mobilen Festnetzanschlüssen bereits großen Erfolg. Das Internetgeschäft der Tochter T-Online soll mit Tarifsenkungen und leistungsfähigeren Anschlüssen angekurbelt werden. Der Konzernchef unterstrich, dass T-Online schnellstmöglich in den Konzern integriert werden soll, um Kunden Angebote aus einem Guss machen zu können.

Im zweiten Quartal 2005 wuchs die Zahl der konzernweiten DSL- Kunden um 367 000 auf 6,7 Millionen. Davon entfielen nur 182 000 Neukunden auf T-Online, die damit ihr Ziel verfehlte, mindestens jeden zweiten neuen Nutzer für sich zu gewinnen. T-Mobile gewann in Deutschland im zweiten Quartal 623 000 neue Nutzer hinzu und war damit der mit Abstand am stärksten wachsende Mobilfunkanbieter. Die Gesamtzahl der Mobilfunkkunden kletterte einschließlich der starken Auslandsaktivitäten um mehr als 1,9 Mill. auf knapp 81 Millionen. Besonders stark wuchs T-Mobile in den vergangenen Monaten in den USA.

Ricke kündigte an, dass die Telekom-Aktionäre auch am Gewinn des laufenden Geschäftsjahres beteiligt werden sollen. Basis sei die Ausschüttung für das vergangene Geschäftsjahr von 62 Cent je Aktie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%