Nach Oslo-Massaker
BDK fordert Alarmknopf für das Internet

Nach den Anschlägen des im Internet aktiven Attentäters von Norwegen fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter einen Alarmknopf für das Internet, mit dem Nutzer extremistische Inhalte unmittelbar melden können.
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OsnabrückNach dem Doppelanschlag in Norwegen haben Kriminalbeamte einen Alarmknopf für das Internet gefordert, mit dem Nutzer extremistische Inhalte unmittelbar melden können. Wer im Internet rechtsradikale Inhalte, islamistisches Gedankengut oder Hinweise auf einen Amoklauf entdecke, müsse die Seite einfrieren und an eine Alarmzentrale weiterleiten können, sagte der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Klaus Jansen, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Ein in Echtzeit übermittelter Notruf im Netz sei schneller und effektiver als ein Anruf bei der örtlichen Dienststelle, die damit unter Umständen wenig anzufangen wisse. Bei den Attentaten im Regierungsviertel in Oslo und auf der Insel Utöya waren am Freitag insgesamt mindestens 76 Menschen getötet worden.

Jansen verwies darauf, dass der mutmaßliche Attentäter Anders Behring Breivik seine hasserfüllte Ideologie bei Facebook und anderswo seit Jahren verbreitet habe. „Da hat sich etwas zusammengebraut, das viele Menschen im Internet mitbekommen haben.“ Ihnen müsse künftig die Möglichkeit gegeben werden, ohne große Hürden direkt Alarm zu schlagen.

Der kurze Draht zur Notrufzentrale lasse sich ohne viel Aufwand mit einer datenschutzrechtlich geprüften Software auf dem eigenen Rechner installieren, sagte Jansen. Er habe die Pläne seines Verbandes bereits an die EU-Kommission weitergeleitet, damit EU-Kommissarin Neelie de Kroes das Notrufsystem möglichst rasch in allen Ländern Europas etablieren könne.

Laut Bundespolizeipräsident Matthias Seeger können Taten wie in Norwegen allerdings trotz aller Wachsamkeit kaum verhindert werden. Der „Bild“-Zeitung sagte er: „Wenn ein Mensch unauffällig lebt und seine Pläne im Verborgenen schmiedet, dann kann man seine Tat nicht verhindern.“

 

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Oslo-Massaker: BDK fordert Alarmknopf für das Internet"

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  • Was Herr Jansen fordert, nennt sich neudeutsch Screenshot und lässt sich auch ohne aufwendige Softwareinstallation erstellen.

    Während in Norwegen das Attentat in bewundernswerter Ruhe verarbeitet wird, meinen in Deutschland wieder diverse Parteien und Gruppierungen daraus Kapital schlagen zu müssen. Obwohl ich sonst eine gepflegte Ausdrucksweise vorziehe, möchte ich Ihnen das Zitat des Kabarettisten Nuhr entgegenschreien: «einfach mal Schnauze halten!»

  • Eine ganz tolle Idee - ich würde den immer dann drücken, wenn mir das unehrliche Gesicht irgendeines Politikers entgegengrinst!

  • Alles Blabla.
    "webseite einfrieren" -mit Kältespray, oder?
    Habe mal Strafanzeige gegen Extremisten gestellt. Mit Links etc.
    Diese tollen Online-Wachen bieten nicht einmal die Möglichkeit, Anhänge zu senden!
    Ach ja. Resultat = NULL! Nicht mal eine Rückmeldung. Damit hat sich das für mich erledigt.

    Dieser Kripo-Beamte ist für mich nichts weiteres als ein Erfüllungsgehilfe bestimmter politischer Kreise, die jetzt ihre Lautsprecher aufdrehen.

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