Namensrechte
Microsoft im Sonderangebot

Drei, zwei, eins – meins. Ab Mittwoch bietet sich beim Internetauktionshaus Ebay die einmalige Chance, Inhaber und Chef von Microsoft zu werden. Und das für gerade mal eine Million Dollar in bar. Mancher Kritiker wird meinen, das sei ja wohl auch der faire Preis seit Windows Vista! Aber hat Apples Leopard tatsächlich schon die Macht übernommen? Nicht wirklich.

LISSABON. Es ist ein portugiesischer Händler, der sich die Firma Microsoft Informatica Lda. Jahre vor dem Markteintritt der Gates-Company für seine Heimat gesichert hatte. Aber leider will das Imperium wohl partout kein angemessenes Angebot für den Gefangenaustausch – sprich Namensübertragung – machen. Also soll der Name über Ebay verkauft werden.

Vielleicht ist das Desinteresse in Redmond wenig verwunderlich. Denn egal ob man bei Google oder sonst wo unter „Microsoft Portugal“ sucht, immer belegt das Original die ersten zig Plätze. Nach „www.microsoft-informatica.com“ oder "microsoft.online.pt" sucht man lange. Die Suchalghorithmen der Websuchmaschinen werden nach deutlich mehr Kriterien gewichtet als nur dem Namen. Die Firmenadresse auf dem polierten Messingschild in Lissabon ist im Cyberspace gar nicht mehr so wichtig. Aber zumindest wäre wäre es eine Visitenkarte zum Eindruck schinden: „Geschäftsführer und Alleininhaber von Microsoft“.

Wer weltweit so richtig Geschäft mit dem ersteigerten Namen machen möchte, sollte allerdings gut aufpassen, sagt Wiebke Baars, Partnerin bei der internationalen Wirtschaftskanzlei Taylor Wessing. Sobald etwa die Webseite ins Englische übersetzt und weltweite Lieferung angeboten würde, düfte sich der Markeninhaber für den Rest der Welt zügig mit den Rebellen in Verbindung setzen – per Anwalt.

Also sollte der neue „Microsoft-Chef“ besser in seinem gallischen – pardon, portugiesischen – Dorf bleiben und die Software-Römer in ihren Markenlagern ringsherum nicht reizen. „Wie dem auch sei“, meint die Internet- und Markenrechtsspezialisten Baars, „eine Millionen würde ich nicht dafür bezahlen.“

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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