Neue Cyber-Angriffswelle
Weltweite Suche nach einer Unbekannten

Wieder werden Firmen reihenweise Opfer einer Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und deren Freigabe erpresst. Experten streiten darüber, was dahinter steckt. Klar ist: Angegriffene und Angreifer haben ein Problem.
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DüsseldorfFür die Experten des IT-Sicherheitsforschers Eset sieht es nach einer alten Bekannten aus: Petya. Was schön klingt, ist in Wirklichkeit sehr hässlich. Petya ist eine Schadsoftware. Genauer gesagt eine Verschlüsselungssoftware, die sogar komplette Laufwerke verschlüsseln kann und die Daten nur gegen Geld wieder freigibt.

Sicher sind die Forscher sich allerdings nicht. Es könnte sich auch um Mischa handeln, ebenfalls eine sogenannte Ransomware. Oder etwas ganz anderes. Klar ist nur: Die Schadsoftware verbreitet sich sehr schnell und weltweit. Wieder einmal.

Bereits vor rund sechs Wochen hatte eine ähnliche Software die Welt verunsichert. „WannaCry“ war einer der weitverbreitetsten Cyberangriffe, den die Branche je gesehen hatte. Er legte rund 300.000 Computer in mehr als 150 Ländern lahm. In Großbritannien konnten Krankhäuser nicht operieren, Arztpraxen wurden geschlossen. Auch der Telekommunikationskonzern Telefónica, die Autohersteller Renault und Nissan, der Logistikdienstleister Fedex, das russische Innenministerium und die Deutsche Bahn waren betroffen.

Angesichts dessen sind Sicherheitsexperten noch besorgter darüber, dass wieder einmal ein derartiger Angriff Unternehmen weltweit getroffen hat. Schließlich sei das mediale Interesse hoch gewesen und die meisten Sicherheitslücken hoffentlich beseitigt worden, sagt Eset-Forscher Robert Lipovsky. Nun sehe man wieder eine „weitere, massive und globale Ransomware-Epidemie“.

An der Atom-Ruine Tschernobyl fallen die Computer aus

Nach Erkenntnissen der ukrainischen Polizei könnte ein schädliches Update einer im Land hergestellten Software für die Verbreitung der Ransomware am Dienstag verantwortlich sein. Die Aktualisierung der Buchhaltungssoftware MEDoc habe zur Infizierung einer unbekannten Zahl von Organisationen zunächst in der Ukraine und später auch international gesorgt, teilte die Polizei via Twitter mit.

Das hinter MEDoc stehende Unternehmen räumte ein, gehackt worden zu sein. Es sei jedoch nicht dafür verantwortlich, das Schadprogramm gestreut zu haben. Auch die ukrainische Cyber-Polizei betonte, es schreibe dem Unternehmen nicht die Schuld zu.

Zuerst traf es offenbar Unternehmen in der Ukraine und Russland, danach verbreitete sich die Schadsoftware schnell. An der Ruine des ukrainischen Katastrophen-Atomkraftwerks Tschernobyl musste die Radioaktivität nach dem Ausfall von Windows-Computern manuell gemessen werden. Die ukrainische Zentralbank warnte vor einer Attacke mit einem „unbekannten Virus“, auch der Internetauftritt der Regierung war betroffen. Zu weiteren Opfern sollen unter anderem auch der größte russische Ölkonzern Rosneft, der internationale Flughafen der Ukraine in Kiew, die weltgrößte Reederei A.P. Møller-Maersk, die Deutsche Post, Metro und der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Mondelez gehören.

In den USA wurden zwei Krankenhäuser im Westen von Pennsylvania attackiert: In den sozialen Medien berichteten Patienten von Operationen, für die neue Termine festgelegt werden mussten. Auch der US-Pharmariese Merck bestätigte einen Cyberangriff. Das ukrainische Medienunternehmen Channel 24 gab bekannt, seine Rechner seien blockiert. Die Hacker verlangten 300 Dollar in der Cyberwährung Bitcoin.

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Eindeutige Zuordnung ist fast unmöglich

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  • Wie bitte? Wollen Sie ernsthaft ABSTREITEN, dass es Hackerangriffe auf den US-Wahlkampf von Russland gegeben hat? Das ist nun witzig. Selbst Ihr Präsident Trump hat neulich zugegegeben, dass ALLE in der US Regierung, also auch Obama, von den Angriffen gewusst haben. Dies ist ein völlig unstrittiger Fakt. Den Vorgang als "Hexenverfolgung" abzutun, ist ziemlich bedenklich.

  • @Tomas Maidan

    Bei Ihrem Kommentar musste ich irgendwie sofort an die Wasserprobe bei der Hexenverfolgung in der Vergangenheit denken. Mit dem einzigen Unterschied, dass es in diesem Fall wirklich irgendwo Hexer/in existieren.

    Egal wo diese Schadsoftware ihren Ursprung hat, der angerichtete Schaden kann wirklich schwerwiegende Folgen haben. Hoffentlich setzt langsam ein größeres Sicherheitsbewusstsein und die damit erforderlichen Maßnahmen zu der Thematik Cyberkriminalität ein. Bisher gibt es noch viel zu viele und einige besonders ungesicherte Angriffsflächen bei Hard- und Software. Zur Abwehr solcher Attacken sollte Zeit und Geld investiert werden. Hier könnte die EU mal sinnvoll tätig werden und Standards setzen, anstatt eher Kleinigkeiten zu regulieren.

  • Hoffentlich treffen solche Attacken jetzt auch richtig heftig russische Staatsorgane. Nur so könnte der Verdacht entkräftet werden, dass es in erster Linie Russland ist, das diesen neuen, modernen Staatsterrorismus einsetzt.

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