Neuer Musikspieler
Nur 99 Cent trennen Microsofts Zune vom iPod

Microsoft macht Jagd auf den iPod und lässt dies Apple auch beim Preis spüren. Der mit einer immensen Kriegskasse ausgestattete Softwareriese kalkuliert bei der Markteinführung seines Musikspielers Zune im diesjährigen Weihnachtsgeschäft sogar mit Verlusten.

HB SEATTLE. Das mit Spannung erwartete Konkurrenzgerät zum Verkaufsschlager iPod von Apple müsse zu einem wettbewerbsfähigen Preis in den Verkauf gebracht werden, begründete der zuständige Microsoft-Manager Scott Erickson die Preispolitik am Donnerstag. "Wir werden zwar in dieser Saison keine Gewinne einfahren, aber das Zune-Projekt ist eine auf mehrere Jahre angelegte Strategie", sagte er.

Das Gerät soll in den USA am 14. November auf den Markt kommen und 249,99 Dollar kosten - 99 Cent mehr als ein iPod mit der gleichen Speicherkapazität. Auch der Verkaufspreis für Lieder zum Download im zugehörigen Online-Portal soll mit etwa 99 Cent gleichauf mit dem der Konkurrenz liegen. Zusätzlich will Microsoft ein Musikabonnement anbieten. Damit können die Nutzer für 14,99 Dollar im Monat beliebig viele Stücke anhören, ohne sie jedoch dauerhaft zu speichern. Das Portal soll bei seinem Start eine Auswahl von mehr als zwei Mill. Liedern bieten. In Deutschland wird Zune erst später in den Handel kommen.

In Vermarktung und Weiterentwicklung von Zune will Microsoft hunderte Mill. Dollar investieren. Geplant ist die Etablierung einer ganzen Familie von tragbaren Elektronikgeräten. Ein eigenes Mobiltelefon wird nach Angaben von Microsoft bereits entwickelt. Der von Toshiba hergestellte Zune-Musikspieler ist anders als Apples iPod auch mit einem Radio ausgestattet und kann mit anderen Geräten drahtlos Musik und Fotos austauschen.

Die meisten Branchenexperten bezweifeln dennoch, dass Microsoft Apple große Marktanteile abjagen kann. Der Konkurrent kontrolliert mit seinem Umsatzbringer mehr als die Hälfte des Marktes für Player und mit seinem Musikportal mehr als 70 Prozent des Marktes in den USA. Der Kurs der Microsoft-Aktie war nach der Vorstellung der Pläne am Donnerstag kaum verändert.

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