Neuer Service
Google öffnet seinen Datentresor

Google verspricht mehr Transparenz. Mit dem „Google Dashboard“ bekommen Kunden des Internetgiganten einen zentralen Zugriff auf alle Informationen, die der Such- und Werberiese über ihn gesammelt und gespeichert hat. Ein tiefer Blick in den persönlichen Daten-Tresor kann für so manchen Nutzer ganz schön erschreckend werden.
  • 2

DÜSSELDORF. Google ist ein Segen – und ein Fluch. Noch nie gab es für Jedermann so schnellen Zugriff auf so viele Informationen wie heute. Doch der Preis ist hoch. Wer ein Web-Konto beim weltgrößten Internetdienst eröffnet, dessen „Toolbar“ im Internet-Browser installiert oder per Google auf seinem iPhone Straßenkarten oder Webseiten angeschaut hat, der gibt praktisch alles von dem preis, was er online gemacht hat. Google speichert es sorgfältig, um die Dienste reibungslos am Laufen zu erhalten, aber auch um möglichst zielgenaue Werbung zu versenden oder Vorschläge für Webseiten zu machen, die man besuchen sollte. Längst wird deshalb das Wort „Datenkrake“ von vielen Datenschützern als Synonym für Google benutzt.

Um den Nutzern nun mehr Transparenz zu geben, hat Google eine eigene Seite geschaffen, auf der für jede Inhaber eines Google-Accounts penibel aufgelistet wird, welche Daten von ihm gespeichert sind. Je nach Intensität der genutzten Google-Services, die von der Suche über Youtube bis zu Instant Messenger, Textprogramm und Terminkalender im Web reichen, ist der Blick in die Untiefen der Datengewässer von Nutzer zu Nutzer unterschiedlich, aber immer interessant. Er erfährt, welche Textdokumente er mit wem zusammen bearbeitet hat, wem Zugriff auf Online-Fotosammlung oder Online-Kalender gewährt hat. Manchmal ist so etwas längst in Vergessenheit geraten.

Das Dashboard fasst, übersichtlich für jeden Google-Service getrennt, die damit verbundenen Einstellungen zusammen. Der Kunde kann nicht nur Einblick nehmen, sondern auch Daten löschen und Einstellungen gezielt verändern. Allein die Möglichkeit, solche Änderungen zentral vornehmen zu können, ist ein großer Fortschritt.

Wichtig zu wissen: der Service umfasst natürlich nur Daten für Dienste, zu denen sich ein Nutzer mit seinem persönlichen Google-Account anmelden muss. Und auch hier gibt es noch ein paar Lücken, räumt Google selber ein, die aber alle geschlossen werden sollen.

Typische Informationen, die zum Beispiel mit so genannten „Cookies“ von Google oder seinem Werbepartner Doubleclick anonym gesammelt werden, sind nicht erfasst. Das Gleiche gilt natürlich für Informationen, die Dritte gesammelt haben. Hier muss der Surfer weiterhin alleine aufpassen und regelmäßig seine Datenspuren im Web löschen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Neuer Service: Google öffnet seinen Datentresor"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Arne. Danke! Mea culpa. ist korrigiert.

  • interessant. Der Link zum Dashboard ist aber fehlerhaft; es sollte google.com und nicht .de sein!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%