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„New York Times“: IBM will PC-Sparte verkaufen

IBM will nach einem Zeitungsbericht seine Personal-Computer-Sparte verkaufen. IBM sei in ernsthaften Diskussionen mit dem größten chinesischen PC-Hersteller Lenovo sowie mit mindestens einem weiteren potenziellen Käufer, schrieb die „New York Times“ am Freitag.

dpa NEW YORK. IBM will nach einem Zeitungsbericht seine Personal-Computer-Sparte verkaufen. IBM sei in ernsthaften Diskussionen mit dem größten chinesischen PC-Hersteller Lenovo sowie mit mindestens einem weiteren potenziellen Käufer, schrieb die „New York Times“ am Freitag.

Lenovo habe 1984 mit dem Vertrieb von IBM-PCs begonnen. IBM liegt nach Branchenschätzungen weltweit mit einen Marktanteil von 5,6 Prozent weit abgeschlagen hinter Dell mit 16,8 Prozent und Hewlett-Packard mit 15 Prozent. Das PC-Geschäft bringt nach Angaben der Zeitung zwölf Prozent des IBM-Jahresumsatzes von 92 Mrd. Dollar.

Der Verkauf werde sich voraussichtlich in einem Rahmen von ein bis zwei Mrd. Dollar (1,5 Mrd Euro) bewegen und die gesamte Produktpalette der Desktop-, Laptop- und Notebook-Computer von IBM umfassen, berichtete die „New York Times“. Ein IBM-Sprecher erklärte der Zeitung, das Unternehmen habe die Politik, Gerüchte weder zu bestätigen noch zu dementieren.

IBM hatte 1981 seine ersten PCs heraus gebracht und dazu das Betriebssystem von Microsoft und Chips von Intel eingesetzt. Sie sind dadurch zu Riesenunternehmen mit Milliardengewinnen geworden und statten fast alle PC-Lieferanten mit Betriebssystemen und Chips aus. Apple hat dagegen seine PCs und Betriebssysteme stets selbst entwickelt. Das Unternehmen hat deshalb auch trotz des kleinen Weltmarktanteils von vier Prozent meist gut verdient.

IBM hat seine PC-Fertigung schon seit langem an Fremdproduzenten abgegeben und entwickelt und vermarktet die Rechner nur noch selbst. IBM hat seit vielen Jahren mit PCs wenig Geld verdient oder Verluste verbucht. Viele Wall-Street-Analysten hatten deshalb schon lange einen Ausstieg aus dem PC-Geschäft gefordert.

IBM-Konzernchef Samuel J. Palmisano hat den globalen Computerbranchenführer stärker auf das Geschäft mit Großrechnern, Servern und vor allem auf lukrative Computerdienstleistungen ausgerichtet. IBM hatte vor einiger Zeit Pricewaterhousecoopers Consulting für 3,5 Mrd. Dollar übernommen, um das Dienstleistungsgeschäft auszubauen.

Palmisano hat sich bereits von der verlustbringenden Festplatten- Laufwerk-Sparte getrennt, die an Hitachi verkauft wurde. IBM hatte 2002 seine Desktop-PC-Fertigung in den USA und in Europa nach Angaben der Zeitung an die Sanmina-SCI mit Sitz in San Jose (US-Staat Kalifornien) veräußert. Palmisano will sich nach Darstellung von Branchenkennern von allen Geschäftsbereichen trennen, die nur bescheidene Wachstums- und Gewinnaussichten bieten.

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