Online-Durchsuchung
Trojaner vom FBI

Der US-Geheimdienst FBI hat erstmals einen Straftäter durch eine heimliche PC-Durchsuchung überführt. Auch in Deutschland ist das technisch machbar – doch wie das in der Online-Szene „Bundestrojaner“ genannte Programm eingesetzt werden darf, diskutiert derzeit die Bundesregierung.

DÜSSELDORF. Während sich hierzulande Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble noch mit den Datenschützern streitet, ob deutsche Sicherheitsbehörden die PCs von Bundesbürgern mithilfe von Schnüffelsoftware ausforschen dürfen, hat das FBI kurzerhand gehandelt: Die Ermittler hatten ein "Computer and Internet Protocol Address Verifier" (CIPAV) genanntes Programm auf eine Web-Seite geschleust, über die ein Unbekannter bereits mehrmals Bombendrohungen gegen eine Schule im US-Bundesstaat Washington veröffentlicht hatte.

Als der Täter, ein Schüler der Schule, die Seite aufrief, um erneut Drohungen zu publizieren, installierte sich das Spionageprogramm unbemerkt auf seinen Rechner. Anschließend durchsuchte CIPAV die Festplatte des Jugendlichen und überspielte unter anderem die Internet-Adresse des Rechners, den Typ des Betriebssystems samt der Seriennummer sowie weitere Benutzerinformationen ans FBI. Inhalte der Online-Übertragungen des Jugendlichen seien nicht mitgeschnitten worden, versichert das FBI.

Erst Mitte Juli hatte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl, eine deutsche Software für verdeckte Online-Durchsuchungen einsatzbereit gemeldet. Ob und in welcher Form das in der Online-Szene "Bundestrojaner" genannte Programm eingesetzt werden darf, diskutiert derzeit die Bundesregierung. Eine Entscheidung darüber soll frühestens im Herbst fallen.

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