Online-Tabellenkalkulation in Testphase
Google setzt Microsoft bei Office-Software zu

Der Suchmaschinenanbieter Google startet die Pilotphase seines Tabellenkalkulationsprogramms "Google Spreadsheets". Das erklärte Produktmanager Jonathan Rochelle am Dienstag in einem Interview.

HB DÜSSELDORF. Zunächst wird Google das Programm aber nur einem geschlossenen Benutzerkreis als Testprodukt zur Verfügung stellen.

Zusammen mit der Textverarbeitung "Writely" gilt das Projekt als Einstieg Googles in die Online-Bürokommunikation und-Datenverarbeitung. Im geschäftlichen wie privaten Bereich wird dieser Markt souverän von Microsoft mit den Produkten Office und Works beherrscht. Die Kombination aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationssoftware ist eines der Microsoft-Kernprodukt. Im abgelaufenen Quartal hat das Softwarehaus damit ein Drittel des Umsatzes gemacht. Die nächste Version, Office 2007, ist gerade erst in die öffentliche Beta-Testphase (Beta 2) eingetreten und gilt neben dem Windows XP-Nachfolger Vista als wichtigstes neues Produkt Microsofts im kommenden Jahr.

Produktmanager Jonathan Rochelle spielt die Rivalität zu Microsoft allerdings herunter: Er sei sich sicher, dass beide Produkte gemeinsam genutzt würden, sagte er. Google Spreadsheet werde Tabellen im Microsoft Excel-Format einlesen und ausgeben können, heißt es.

Auch Microsoft reagierte ausgesprochen gelassen auf den Vorstoß. Alan Yates, Produktmanager bei Microsoft, fragte lediglich "Warum haben die denn so lange gebraucht?" Microsoft Office stehe seit langem im Wettbewerb auch mit frei erhältlichen Produkten und verkaufe sich trotzdem gut.

Bei Google Spreadsheets können bis zu zehn Benutzer gleichzeitig an einer Tabelle arbeiten. Andere Nutzer - ob bekannt oder unbekannt - können per Internet-Chat zur Mitarbeit eingeladen und freigeschaltet werden.

Auch für die Sicherheit sei gesorgt: Die Tabellen werden laut Google - gegen fremde Zugriffe geschützt - zentral auf Servern im Internet gespeichert und von Google verwaltet. Nach der Löschung einer Tabelle verspricht Google laut Web-Seite, dass diese nach spätestens einer Woche auch in allen Google-Zwischenspeichern im Web verschwunden sei.

Spreadsheets wende sich zunächst an kleine Unternehmen und private Gruppen, sagt Google-Manager Rochelle. Es habe noch einen deutlich kleineren Funktionsumfang als Excel. Danny Sullivan vom britischen Online-Dienst Searchenginewatch.com sieht Spreadsheets vor allem als ein Produkt für Gelegenheitsnutzer, die nur ab und zu eine Tabellenkalkulation benötigen und sich dann nicht gleich das Programm kaufen müssten.

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