Open XML
Schwere Schlappe für Microsoft im Kampf um Standards

Das von Microsoft als offener Standard vorgeschlagene Dokumentenformat Open XML erhält zunächst keine Empfehlung von der International Organization for Standardiization (Iso). Mit der heutigen Entscheidung findet ein Standardisierungs-Krimi seinen vorläufigen Höhepunkt.

DÜSSELDORF. Wie nun bekannt wurde, haben sich die höchsten nationalen Standardisierungsgremien von Großbritannien, Frankreich, Lettland und Korea gegen eine Empfehlung des Microsoft-Formats als Iso-Standard entschlossen. Zuvor hatten sich unter anderem schon die Standardisierungs-Institute von Dänemark, Norwegen, China, Indien und Brasilien gegen Open XML ausgesprochen.

Die Entscheidung der Iso-Mitgliedsländer gegen ein beschleunigtes „Fast-Track-Verfahren“ kann als schwere Niederlage für den Softwareriesen gelten. Ein offizielles Ergebnis des Genfer Normierungsinstituts steht zwar noch aus, doch bestätigte auch » Microsoft inzwischen die in Kritikerkreisen kolportierten » Spekulationen über eine vorläufige Ablehnung des Formats als Iso-Standard.

Microsoft hatte das Format seiner Software Office 2007 als offenen Dokumenten-Standard eingereicht. Kritiker des Formats wie der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) und die Free Software Foundation Europe (FSFE) warfen Microsoft vor, der über 6 000 Seiten starke Standard sei als offene Norm ungeeignet, da das Format nur von Microsoft selbst zur Gänze unterstützt werden könne. Außerdem bestehe mit dem Open-Document-Format (ODF) bereits seit längerem ein zertifizierter, herstellerunabhängiger Iso-Standard für Office-Dokumente, der beispielsweise von der kostenlosen Open-Source-Software Open Office unterstützt wird.

Während des Verfahrens hatte es zahlreiche Medienberichte über Unregelmäßigkeiten gegeben. So wurde in einigen Medien darauf hingewiesen, dass in den Wochen vor der Entscheidung die Zahl der stimmberechtigten Mitgliedern in den nationalen Standardisierungsgremien sprunghaft anwuchs. Hierbei soll es sich überwiegend um Microsoft-Partner handeln. Das schwedische Normungsinstitut SIS erklärte daraufhin sein Iso-Votum für ungültig.

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