Pro Sieben geht auf Sendung - Premiere verschiebt HDTV-Start
Schwerer Einstieg ins hochauflösende TV-Zeitalter

Nur einen Tag nachdem der erste deutsche Fernsehkanal im hochauflösenden Fernsehformat auf Sendung ging hat die Sendergruppe Pro Sieben Sat1 am Mittwoch nachgezogen. Generell ist der Start für HDTV aber schwer, denn Empfänger fehlen. Der Abosender Premiere hat daher den Start seines HDTV-Angebots verschoben.

HB MÜNCHEN. Zum Start könnten zunächst die Sender Sat1 und Pro Sieben in dem neuen Standard mit gestochen scharfer Bildqualität empfangen werden, teilte Pro Sieben Sat1 am Mittwoch anlässlich der Münchener Medientage mit. HDTV erlaube eine bis zu fünf Mal höhere Detailtreue und Bildschärfe. Beide Sender könnten zunächst aber nur über Satellit in HDTV empfangen werden.

Um das neue Format generell empfangen zu können, ist die Anschaffung eines neuen Fernsehgeräts und einer digitalen Kabelbox nötig. Aktuell seien auf dem Markt aber kaum passende Receiver vorhanden, räumte der Sender zugleich ein. Nach Einschätzung von Branchenexperten könnte es noch einige Monate dauern, bis die Hardware-Hersteller in ausreichender Stückzahl HDTV-taugliche Empfänger in den Markt bringen. Das Problem ist dabei vor allem der neue Standard DVB-S2. Auch passende PC-Karten kämen erst im kommenden Jahr in die Läden, sagte der Experte des Computermagazins „c't“ Nico Jurran. Bei Pro Sieben Sat1 hieß es, man hoffe, dass mit dem Start der Übertragung der Druck auf die Gerätehersteller zunehmen werde.

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) drückte auf den Münchner Medientagen den Startknopf für den HDTV-Start bei Pro Sieben Sat1. Die beiden Sender werden nun über Satellit parallel zur Standard-Verbreitung auch in HDTV ausgestrahlt. Wegen des Fehlens von Empfangsgeräten sei es mehr ein „symbolischer Start“, gab man am Mittwoch auch beim Sender zu.

Am Dienstag hatte Kabel Baden-Württemberg (Kabel BW) den Sender „HD Hit“ in sein Netz eingespeist. Der Sender, der von der Karlsruher Hochschule für Technik und Wirtschaft produziert wird, zeigt vorrangig Wissenschaftssendungen. Unter den großen europäischen Fernsehsendern ist Pro Sieben Sat1 Vorreiter. BSkyB in Großbritannien, Canal-Sat in Frankreich und Sky Italia haben die Einführung von HDTV erst im Juni 2006 zur Fußball-Weltmeisterschaft geplant.

„Wir brauchen drei bis fünf Jahre, um HDTV profitabel zu machen“, sagte Pro-Sieben-Sat1-Chef Guillaume de Posch am Rande des offiziellen Starts. Die vor der Übernahme durch den Axel Springer Verlag steht, investiere drei Mill. € in die Entwicklung des Programms. Der Marktforscher Euroconsult rechnet bis 2008 mit 14 Mill. Haushalten in Westeuropa, die dann im neuen Format fernsehen. HDTV-fähige Fernsehgeräte kosten in Deutschland rund 1500 €.

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