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Prozess gegen Deutsche Telekom beginnt

Das Frankfurter Landgericht verhandelt an diesem Dienstag über die Klagen von enttäuschten Anlegern gegen die Deutsche Telekom. Mehr als 14 000 Schadensersatzklagen wurden wegen des zweiten und dritten Börsengangs des Telekommunikationskonzerns eingereicht.

dpa FRANKFURT/MAIN. Das Frankfurter Landgericht verhandelt an diesem Dienstag über die Klagen von enttäuschten Anlegern gegen die Deutsche Telekom. Mehr als 14 000 Schadensersatzklagen wurden wegen des zweiten und dritten Börsengangs des Telekommunikationskonzerns eingereicht.

Die Aktionäre fühlen sich von den Versprechungen des Konzerns enttäuscht. Der addierte Streitwert liegt bei geschätzten 100 Mill. Euro.

Zunächst will die Handelskammer zehn Pilotverfahren eingehender behandeln. In ihnen sollen alle rechtlich relevanten Fragen enthalten sein. Zentrale Punkte in den meisten Klagen sind die angeblich weit überhöhte Bewertung der Telekom-Immobilien und die zum dritten Börsengang schon weit vorangeschrittene Mrd.-Akquisition des US-Mobilfunk-Unternehmens Voicestream.

Die Haltung der Telekom war bislang kompromisslos: Die Bewertung der Immobilien sei fehlerlos und der Kursrutsch der T-Aktie an der Börse von externen Faktoren bestimmt gewesen.

Da in Deutschland Sammelklagen wie in den USA nicht möglich sind, muss jeder einzelne Anleger seine Ansprüche alleine oder in kleinen Gruppen durchfechten. Wegen des sich daraus ergebenden Aufwandes sind beim Gericht zwei Justizangestellte seit Jahren mit nichts anderem beschäftigt, als die immer noch einlaufenden Telekom-Klagen in einem ersten Schritt zu bearbeiten.

Die Aktien der Deutschen Telekom waren im November 1996 erstmals an die Börse gekommen. Über eine Kapitalerhöhung wurden 713 Mill. T-Aktien zum Preis von 28,50 DM (Frühzeichner: 28 DM) platziert. Die zweite Tranche (286 Mill. Stück) kam im Juni 1999 ebenfalls über eine Kapitalerhöhung an die Börse. Die neue Aktie kostete 39,50 Euro (37,50 Euro). Beim dritten Börsengang im Juni 2000 trennte sich der Bund erstmals von T-Aktien und kassierte 15 Mrd. Euro. Angeboten wurden 230 Mill. Aktien zum Preis von 66,50 Euro (63,50 Euro). Am Montag wurden die Telekom-Aktien zu weniger als 16 Euro gehandelt.

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