Razzia
Microsoft legt Spam-Netzwerk lahm

Microsoft hat sich einen Gerichtsbeschluss für eine Razzia besorgt - und so gemeinsam mit Beamten ein von Kriminellen betriebenes Server-Netzwerk stillgelegt.
  • 0

WashingtonDer US-Technologiekonzern Microsoft hat einem Zeitungsbericht zufolge auf eigene Faust ein kriminelles Schad-Netzwerk im Internet lahmgelegt. Wie die „New York Times“ am Montag berichtete, besorgten sich Anwälte von Microsoft einen Gerichtsbeschluss, um gemeinsam mit Justizbeamten zwei Bürogebäude in den Bundesstaaten Pennsylvania und Illinois zu durchsuchen und gegen ein sogenanntes Botnet vorzugehen. Dabei hätten sie Webserver stillgelegt, über die das

Schad-Netzwerk ferngesteuert worden sei.

Botnets nutzen die geballte Rechenkraft von abertausenden gekaperten Computern etwa zum Versand von Spam-E-Mails oder für Angriffe über das Internet auf Unternehmen oder sogar auf Staaten. Der Wortbestandteil „Bot“ kommt von Roboter und soll ausdrücken, dass ein Computer ferngesteuert wird. Mit Hilfe der Schadprogramme können Internetkriminelle auch Passwörter, Bankdaten und andere persönliche Informationen von Nutzern ausspähen.

Anstatt auf die US-Justizbehörden zu warten, geht Microsoft seit einiger Zeit verstärkt selbst gegen Botnets vor. Ein Großteil der weltweiten Computer läuft mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows, die Software des Unternehmens ist daher eine beliebte Zielscheibe für Internetkriminelle.

Der „New York Times“ zufolge legte Microsoft in den vergangenen Jahren bereits drei Schad-Netzwerke auf eigenen Faust lahm. Die Aktion vom Freitag habe sich gegen das Botnet Zeus gerichtet, das bislang komplexeste Netzwerk im Visier des US-Konzerns.

Dabei seien auch hunderte Webadressen beschlagnahmt worden, die Teil der Betrugssystems gewesen seien. Die Hintermänner vermutet Microsoft den Angaben zufolge in Osteuropa.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Razzia: Microsoft legt Spam-Netzwerk lahm"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%