Rich-Internet-Anwendungen verlangen neue Entwicklungskonzepte
Interaktive Web-Seiten ohne Serverbelastung

Attraktive Webseiten mit dynamischen Inhalten sind eine Weiterentwicklung der Idee, Informationen im Web zur Verfügung zu stellen. Um die Webserver nicht zu überlasten und die Drähte durch die Masse der zu übertragenden Daten nicht zum Glühen zu bringen, sind neue Entwicklungskonzepte notwendig.

DÜSSELDORF. Durch die Dynamisierung von Webseiten, genannt Rich-Internet Anwendungen, kann der Bedienungskomfort gesteigert werden, ohne dass Webserver und Datenleitungen überlastet werden. Mit speziellen Entwicklungs-Werkzeugen und so genannten virtuellen Maschinen wird dabei die Rechenleistung in den Browser verlagert, der Animationen, dynamische Grafiken und Berechnungen ausführt, ohne auf den Webserver zurück zu greifen.

Wer beispielsweise zukünftig sein Harley-Davidson-Motorrad durch Zubehörteile aufwerten will, wird interaktiv durch eine Grafikoberfläche geführt. Hier können zum Beispiel Taschen, Windschutzscheiben, Sitze oder ein neuer Auspuff passend zum Motorradmodell ausgesucht werden. Grafisch kann man das Resultat sehen und bei gefallen direkt bestellen. „Diese Rich-Internet-Anwendung wird zukünftig direkt im Browser ablaufen“, erklärt David Mendels, Senior Vice President von Macromedia in San Francisco.

Rich-Internet-Anwendungen sind eine Weiterentwicklung der Idee, mit Hilfe spezieller Applikationen Informationen im Web zur Verfügung zu stellen. Das World Wide Web und HTML waren ursprünglich dafür gedacht, Daten darzustellen und beliebige Verknüpfungen zu diesen Daten zu speichern. Allerdings waren die Seiten ursprünglich statisch. Das bedeutet, dass bei jeder Änderung der vollständige Seiteninhalt neu übertragen werden muss. Mit wachsender Popularität des Webs gingen Unternehmen dazu über, Anwendungsoberflächen auf HTML-Basis zu erstellen. Die Einschränkungen bei der Datenübertragung, die limitierte Anzahl möglicher Steuerelemente auf einer Seite und das Fehlen der Möglichkeiten, Daten auf dem Anwendungsrechner direkt zu verarbeiten, setzen solchen Anwendungen enge Grenzen.

Erst die Möglichkeit, Programmteile direkt im Browser ablaufen zu lassen, erhöht den Komfort für den Benutzer. Bekannt sind hier vor allem die Scriptsprachen Java-Script, das von der Programmiersprache C abgeleitet wurde, das eigenständigre Pearl und das davon abgeleitete PHP. Beliebt ist auch die Programmiersprache Java, die von Sun entwickelt wurde. Die Java-Programme laufen im Browser in einer so genannten virtuellen Maschinen. Dadurch könne rech komplexe Aufgaben in den Browser verlegt werden. Um neben den Berechnungen und interaktiven Eingaben auch Animationen und dynamische Grafiken auf dem Arbeitsplatzrechner ablaufen lassen zu können, hat Macromedia zudem den Flash-Player entwickelt.

Damit sind die Probleme mit dynamischen Inhalten aber nicht vollständig gelöst. Gerade im Bestellwesen über das Internet besteht die Notwendigkeit auch mit dem Warenwirtschaftssystem zu kommunizieren. Die Bestellung eines Interessenten sollen direkt bei SAP, Oracle und Co. landen, damit der kaufmännische und logistische Teil der Abwicklung automatisiert wird. Man spricht hier von einem erweiterten Datenmodell. Die Benutzeroberfläche wird auf dem Client gehalten, der auch berechnete Daten darstellen und verarbeiten kann. Die Daten werden dabei asynchron vom Applikationsserver gesendet und empfangen. Anders als Seiten, die auf dem Server erstellt und als HTML übermittelt werden, laufen Rich-Internet-Anwendungen im Browser-Client ab. Dieses clientseitige Datenmodell ermöglicht die Erstellung besonders schneller, interaktiver Anwendungen.

Zu Entwicklung solcher Applikationen werden spezielle Programmiersysteme, wie zum Beispiel Flex von Macromedia eingesetzt. Flex-Anwendungen unterscheiden sich von traditionellen HTML-Anwendungen im Wesentlichen dadurch, dass viele Verarbeitungsschritte, wie das Validieren, Formatieren, Sortieren und Filtern von Daten, QuickInfos, integrierte Videoinhalte, Verhalten und Effekte im Browser des Clients ausgeführt werden. Die Programmierung erfolgt dabei auf Basis von XML und der standardisieten Version des Java-Script, dem ECMA-Script. Eine Reihe fertiger Komponenten soll helfen, eine komfortable Präsentationsschicht für Geschäfts-Anwendungen zu gestalten. Mit dem System werden die Programme erstellt. Diese werden dann in Maschinensprache übersetzt und mit dem HTML-Code für die Seite an den Browser geschickt. Hier wird der Flash-Player aufgerufen, der in der Lage ist, den Programmcode zu verstehen und auszuführen. Die Flash-Player laufen heutzutage auf allen wichtigen Betriebssystemen und werden auch von früheren Windows- und Mac OS-Versionen unterstützt. Nach Angaben von Macromedia ist der kostenlose Flash-Client auf über 98 % aller Browser installiert. Auf der jährlichen Entwicklerkonferenz MAX in New Orleans hat Macromedia jetzt die neue Version seines Presentation-Servers Flex angekündigt. Damit werden auch die Server-Plattformen Oracle Application Server 10g, IBM AIX und Fujitsu Interstage 6 unterstützt.

Das amerikanische Softwarehaus hat außerdem ein Gratislizenzprogramm zur Entwicklung von nichtkommerziellen Anwendungen mit Flex vorgestellt. Dadurch sollen qualifizierte Personen, wie zum Beispiel Studenten, Lehrkräfte oder freischaffende Entwickler, bei der Realisierung von beispielhaften Applikationen unterstützt werden. Die Teilnehmer erhalten dazu jeweils eine Kopie des Flex Presentation Servers und der neuen integrierten Entwicklungsumgebung (IDE) Flex Builder.

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