Schifffahrt
Traditionelle Schiffsbegrüßung an der Elbe weltweit im Internet

Wenn in Wedel an der Elbe Containerriesen, Erzfrachter oder auch die „Queen Mary 2“ begrüßt werden, können das weltweit Millionen Menschen auf ihrem heimischen Computer verfolgen.

Hamburg/Wedel - Wenn in Wedel an der Elbe Containerriesen, Erzfrachter oder auch die „Queen Mary 2“ begrüßt werden, können das weltweit Millionen Menschen auf ihrem heimischen Computer verfolgen. Drei neue Kameras am Mast des Schulauer Fährhauses liefern jetzt auch nachts Farbbilder aller ein- und auslaufenden Schiffe.

Per Feuerwehrkorb haben Computerfachmann René Grassau und eine Mitarbeiterin die drei Webcams am 40 Meter hohen Flaggenkreuz der traditionellen Schiffsbegrüßungsanlage installiert - je eine elbeauf- und elbeabwärts sowie mit direktem Blick auf das Wasser. „Die sechs Jahren alten Vorgängermodelle waren in die Jahre gekommen“, sagt Grassau. „Außerdem hatten sie nachts einen Blackout.“

Mehr als 14 000 Fans von Schiffsgröße, Maschinenstärke und Fernweh werfen täglich einen Blick auf die großen und kleinen Pötte (www.unser-wedel.de). „Schippern Luxusliner an Schulau vorbei, zählen wir manchmal mehr als 100 000 digitale Zuschauer.“ Für Wedels Bürgermeister Nils Schmidt sind die Kameras an dem traditionsreichen Ausflugslokal eine „tolle Sache“. Mit ihnen kann sich der 32 000 Seelen-Ort weltweit präsentieren. Schmidt: „Besonders nachts werfe ich gerne einen Blick auf unser Blue Goal, das eine der Kameras erfasst.“

Auch die so genannten Begrüßungskapitäne in Willkomm-Höft nutzen inzwischen die Bilder, die die drei Aufnahmegeräte liefern. „Uns hilft vor allem der Blick die Elbe hinauf“, berichtet Rolf Jensen. Gebäudeteile des Fährhauses versperren den realen Blick. Rund 50 Mal am Tag begrüßen oder verabschieden Jensen und seine Kollegen vorbeifahrende Schiffe. Aus den Lautsprechern erklingen seit 1952 zunächst wohlklingende Wagner-Akkorde sowie die „Hammonia“, gefolgt von der Nationalhymne und dem in der deutschen und in der Landessprache vorgebrachten Willkommensgruß. Beim Tschüs-Sagen ertönt der Seefahrergruß „Und allzeit gute Fahrt“. Unterdessen dippt (senkt) Jensen ferngelenkt draußen am Mast die Hamburger Flagge zum Gruß und zieht das internationale Signal für „Gute Reise“ auf. Mit seiner Ansage über Namen, Größe, Baujahr und weitere Details endet die kleine Zeremonie.

„Aktuelle Informationen erhalten wir jeweils eine halbe Stunde vorher vom Schiffsmeldedienst“, erzählt Jensen, der vor zehn Jahren in Schulau vor Anker ging. Die Begrüßungskapitäne haben auf mehr als 16 000 Karteikarten Daten über die Objekte ihrer Begierde gesammelt. Daneben sind der tägliche Hafenbericht und das Standardnachschlagewerk Lloyd's Register Of Shipping ihre Haupt- Informationsquellen. Das Musikarchiv der Willkomm-Höft umfasst 152 Nationalhymnen. Jensen: „Derzeit ist die Hymne der Mongolei in Arbeit.“

Die Schiffsbegrüßung und das jeweilige Landeslied haben inzwischen auch Einzug in das Internet gehalten. So sehen die Schaulustigen nicht nur Schiffe auf ihren PC-Monitoren vorbeiziehen, sondern können auch noch per Mausklick die passende Schiffsbegrüßung und Nationalhymne anhören.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%