Schnellster Rechner der Welt
Supercomputer nimmt Petaflop-Hürde

Im weltweiten Wettstreit der Supercomputer ist eine neue Schallmauer durchbrochen worden: Mit mehr als einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde ist der "Roadrunner" des Los Alamos National Laboratory neuer Spitzenreiter in der Welt der schnellen Schränke.

dpa HAMBURG. Etwa alle elf Jahre nimmt die Computertechnik die jeweils nächste große Hürde. Dann stößt der schnellste Rechner der Welt in eine neue Größenordnung vor. Jetzt ist es wieder soweit: Ein Rechner des Los Alamos National Laboratory in den USA hat die Hürde von einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde (Petaflop) genommen. Damit wird der Rechner mit dem Namen "Roadrunner" künftig die "Top 500"-Liste der schnellsten Supercomputer anführen - mehr als doppelt so schnell wie der bisherige Spitzenreiter.

Hergestellt wurde die neue Maschine vom US-Computerkonzern IBM, Abnehmer ist einmal mehr die US-Regierung. Sie will damit unter anderem neue Erkenntnisse für Atomwaffen gewinnen. Der Roadrunner ist aus mehr als 6000 Dual-Core-Prozessoren des Herstellers AMD zusammengefügt. Diese sind mit fast 13 000 Cell-Prozessoren von IBM verknüpft - eine völlig neuartige Kombination. Der Cell-Prozessor ist der Öffentlichkeit vor allem aus der Spielekonsole Playstation drei bekannt. Inzwischen gibt es aber auch zahlreiche Forscher, die sich die enorme Rechenkraft der Chips zunutze machen.

Die Rechenwerke werden auf große Platinen gesetzt, die nach und nach in Regalen und Schränken zu einem großen Verbund zusammenwachsen. Der Stromverbrauch liegt bei etwa 3,9 Megawatt ­ genug für 39 000 Glühbirnen á 100 Watt. Die Einheiten sind über extrem schnelle, sogenannte Infiniband-Datenleitungen miteinander verknüpft. Es ist die hohe Kunst der Programmierer, das für den jeweiligen Zweck das Optimum aus diesem Verband herauszuholen.

Um die Leistungsfähigkeit des Rechners zu verdeutlichen, hat IBM einen Vergleich parat: Wenn jeder der rund sechs Milliarden Menschen auf der Welt mit einem Taschenrechner in einer Sekunde eine Rechnung absolvierte, müsste die Menschheit 46 Jahre arbeiten um das zu erledigen, was der Roadrunner an einem Tag wegschafft.

Der Name Roadrunner stammt vom Rennkuckuck, der im trockenen Südwesten Nordamerikas lebt. Bekannt ist das Tier aus alten Comics, in denen der violett gezeichnete Vogel in karger Wüstenlandschaft vor dem ewig hungrigen Willi Kojote flieht. Statt des Vogels sprengt sich Willi aber meist selbst in die Luft, tappt in die eigenen Fallen oder stürzt bei der Jagd in tiefe Schluchten ­ der Comicvogel rast unversehrt davon. Vielleicht ist dies als Wink der IBM-Konstrukteure an ihre Konkurrenten gemeint, IBM-Sprecher Rehm in Stuttgart widerspricht jedenfalls nicht. Der echte Rennkuckuck ist ebenfalls schnell unterwegs und kommt bei der Jagd nach Schlangen und Eidechsen auf eine Geschwindigkeit von rund 25 Kilometern in der Stunde.

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