Sicherheitslücken bei Mittelständlern
Wenn Daten-Diebe auf Beutezug gehen

Auch wenn der Zugang zum Internet für die meinsten Unternehmen zum Lebensnerv geworden ist, unterschäzten dennoch viele Mittelständler die Gefahr durch Hacker und Viren. Die Datensicherung ist dabei nur eines der heiklen Themen. Aber es gibt Wege zur Prävention.

KÖLN. Wenn es um Hacker und Computerkriminelle geht, kennt der Spirituosenhersteller Berentzen aus Haselünne im Emsland keine Gnade. Die 300 PCs und 80 Laptops der Mitarbeiter sind durch moderne Sicherheitstechnik vor Attacken geschützt. Neben einer Anti-Viren-Software für die PC-Arbeitsplätze und die rund 50 Server verfügt der Hersteller von "Saurer Apfel" und "Berentzen Doppelkorn" über ein Virenwarnsystem und Programme zur Kontrolle unerwünschter Spam-Nachrichten. Eine Firewall sichert das System nach außen ab. Als Unterstützung wirkt ein sogenanntes Intrusion Detection System (IDS), das Angriffe auf das Netzwerk automatisch erkennt und Einbruchs-Alarm auslöst. Die Kosten des Schutzes beziffert das Unternehmen auf knapp einen Euro pro Computer und Monat. "Die Software aktualisiert sich automatisch, das bietet hohe Sicherheit und reduziert die Kosten", sagt Heinz-Hermann Thyen, IT-Leiter bei Berentzen.

Firewalls und Virenscanner gehören mittlerweile bei fast allen mittelständischen Unternehmen zum Standard. Schließlich ist der Zugang zum Internet heutzutage eine Art Lebensnerv, der reibungslos funktionieren muss. Ein- und ausgehende Dateien dürfen für die Sicherheit von Netzwerk und Unternehmensdaten kein Risiko darstellen. Eine Störung oder gar ein Ausfall der IT würde einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden bedeuten, der die Kosten für eine professionelle Vorsorge bei weitem übertrifft. Doch Hacker und Kriminelle kommen immer wieder auf neue Ideen, schlängeln sich um bestehende Sicherheitsschranken herum.

So steht eine weitere Verbesserung der IT-Sicherheit für die meisten Unternehmen in Europa in diesem Jahr ganz oben auf der Agenda. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Forrester Research, die auf einer Befragung von mehr als 1 200 Konzernen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen basiert und die IT-Sicherheit in den kommenden zwölf Monaten beleuchtet. Immerhin 56 Prozent der Entscheidungsträger geben solchen Projekten höchste Priorität. Für die Hälfte der Unternehmen steht die Anschaffung oder die Ausweitung einer Netzwerk-Firewall ganz oben auf der Einkaufsliste. "Die Nachfrage nach Sicherheitstechnologie bleibt auf hohem Niveau", sagt Bill Nagel, IT-Experte bei Forrester Research.

Trotz guten Willens seien die Maßnahmen, die Mittelständler ergreifen, aber noch lange nicht ausreichend, sagt Christian Glas, Software Experte beim IT Pierre Audoin Consultants-Beratungsunternehmen in München. Mittelständler sollten das Thema Sicherheit genauso wichtig nehmen wie Großkonzerne, fordert der Berater. "Allerdings wollen kleine und mittlere Unternehmen in der Regel weniger investieren als die großen Spieler", sagt Glas. Vielmehr verlangten sie, dass etwa bei Kundenmanagement-Systemen die Sicherheitseinrichtungen schon eingebaut sind und seien im Gegensatz zu Konzernen nicht bereit, zusätzlich zu investieren. Dabei ist die Gefahr für Mittelständler besonders groß. "Wenn es in einem mittelständischen Unternehmen mal richtig kracht, kann das existenzbedrohend sein", sagt Lutz Neugebauer, Bereichsleiter Sicherheit beim Branchenverband Bitkom. Große Unternehmen dagegen könnten einen System-Absturz leichter wegstecken.

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