Sobig-F Superstar unter den Viren und Würmern des Jahres
Die Computerviren im Jahr 2003

Eine Analyse der digitalen Schädlinge, die in diesem Jahr die Anwender und Administratoren zur Weißglut brachten zeigt, dass die dunkle Seite der Programmierkunst nie so aktiv war wie heute.

hiz DÜSSELDORF. Allein der Antivirenhersteller Sophos hat in diesem Jahr mehr als 7 064 neue Viren, Würmer und Trojanische Pferde aufgespürt. Das sind fast 20 neue Viren, Würmer oder Trojaner pro Tag. Ein bisher nicht gekannter Zuwachs, auf den andere Branchen mehr als Stolz wären. Dabei sind die Würmer, also Programme, die sich über Netzwerk oder Internetverbindungen automatisch ihr nächstes Opfer suchen, die Spitzenreiter. Jeder fünfte befallene Computer hatte unter dem Sobig-F Wurm zu leiden. Der Monat, an dem die Anwender am meisten zu leiden hatten, war der August. Nicht nur hochsommerliche Temperaturen sondern auch der Nachi-Wurm belasteten Kreislauf und Rechner. Freunde von Statistiken können die Hitliste der Viren des Jahres 2003 aus dem Internet laden.

„Sobig-F verdient zweifelsohne den dubiosen Titel 'Computerwurm des Jahres'. Er verbreitete sich radikaler als alle seine Vorgänger, indem er die E-Mail-Eingänge regelrecht überschwemmte. Einige Unternehmen gaben an, pro Tag Hunderttausende infizierte E-Mails erhalten zu haben“, erklärt Gernot Hacker, Senior Technical Consultant von Sophos. Ob die Tatsache, dass die Aussender von Spam-Mails davon am meisten betroffen waren, ein Trost für normale Anwender ist, ist zweifelhaft. Weil der Wurm die Gateways und Netze verstopfte konnte weniger unerwünschte Mail über das Internet verteilt werden. Allerdings wurden auch wichtige Geschäftsinformationen durch diese Staus in Warteschlangen geschickt.

Blaster, der zweithäufigste Wurm des Jahres, hat sich nicht via E-Mail verbreitet, sondern suchte sich über das Internet automatisch seine Opfer. Dazu nutze er eine der vielen Sicherheitslücken in einigen Windows-Versionen, die im Laufe des Jahres bekannt wurden und für die der Anwender fleißig Programmkorrekturen, so genannte Patches installieren sollte.

Nachi, der Dritte der Rangliste, wollte eigentlich die Schäden, die Blaster anrichtete, beseitigen und wurde durch seine unkontrollierte Verbreitungstechnik selber zu einem großen Problem.

In diesem Jahr scheinen mehr und mehr Virenschreiber erkannt zu haben, dass sich mit ihren Schadprogrammen auch Geld verdienen lässt. Eine steigende Zahl der Würmer versuchte, über den infizierten Rechner Finanzinformationen der Anwender auszuspionieren. Der augenscheinlichste Versuch von allen in 2003 war der Wurm Mimail-J, der sich als eine Nachricht vom Online-Bezahldienst PayPal ausgab. Der Name der besonders unter Ebay-Kunden bekannten Zahlungsfunktion verführte Anwender, ihre streng geheimen Kreditkarten- und PIN-Details preiszugeben.

Die Prognose der Spezialisten für das kommende Jahr ist nicht wirklich aufmunternd. Virenautoren und Spammer lernen aus den Erfahrungen der Vergangenheit. Das Hauptangriffsziel wird nach wie vor Windows sein, weil es das mit Abstand am weiten verbreitete Betriebsystem ist und deswegen für die Programmierer mit dunklen Absichten attraktiv. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass die steigende Verbreitung von Linux die Aktivitäten in dieser Richtung verstärken werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%